73-jähriger macht fit für’s Sportabzeichen

Schwerer als manche denken ist es, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Ein Motivator könnte das Deutsche Sportabzeichen sein. Ein Beispiel dafür kommt aus Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz: Dort halten sich mehrere Generationen gemeinsam fit. Trainiert werden sie dabei ehrenamtlich von einem 73-jährigen Rentner.

Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination.
Diese vier Grundfähigkeiten sind Voraussetzung für das Deutsche Sportabzeichen.
Geprüft werden die Leistungen von diesem Rentner aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Jakob Renn, der hier nur als „Jacky“ bekannt ist. Auch er stellt sich jedes Jahr der Herausforderung.
Jakob Renn
„Zum Sportabzeichen kam ich spät. Also ich hab‘s jetzt schon 35 Mal und bin 73 Jahre alt und mein Ziel ist es 40 hinzukriegen und daran arbeite ich.“
Und damit ist er nicht alleine: jeden Dienstagabend kommen seine Schützlinge ins Apollinarisstadion, um dort mit Jacky zu trainieren.
Ruth Bender
„Er motiviert einen ganz schön. Er ist vor allem zuverlässig. Er ist immer da. Er macht vorher Aufwärmübungen, damit sich halt auch keiner verletzt. Da passt er dann also auch schon auf, dass alle dann vorher warm sind bevor sie zum Sprint gehen. Das motiviert einen schon.“
Für die 63-Jährige steht heute Seilspringen an. 30 Vorwärtssprünge braucht sie für Gold in dieser Disziplin. Nach einer Trainingseinheit mit Jacky schafft sie sogar 45.
Solche persönlichen Erfolge ziehen Menschen aus allen Generationen an.
Jakob Renn
„Jeder bringt schon ein bisschen Erfahrung mit von zuhause aus, von früherem Schulsport, der dann unter Umständen sehr lange zurückliegt aber man ergänzt und hilft sich untereinander und das ist nachher der Erfolg.“
Einer, der sich heute besonders ins Zeug legt, ist Tim Doll. Er will zur Polizei und braucht dafür das Deutsche Sportabzeichen – mindestens in Bronze. Keine leichte Aufgabe in seiner Altersklasse.
Tim Doll
„Davon sind einige sehr schwer, finde ich jetzt, also das ist immer subjektiv. Zum Beispiel Kugelstoßen das lag mir jetzt auch nicht so, da konnte ich mich auch nicht wirklich verbessern, sodass ich mir dann irgendwann gesagt habe, so ich suche mir jetzt was anderes. Und dann schaut man halt was liegt einem am besten und versucht das dann halt noch weiter zu vertiefen.“
Vier Kategorien gibt es für das Sportabzeichen. In jeder muss eine Disziplin sitzen. Wer das innerhalb eines Jahres schafft und dazu noch seine Schwimmfertigkeit beweist, erhält die Urkunde.
Doch für Jacky ist klar: beim Deutschen Sportabzeichen geht es nicht nur um Bestzeiten, sondern vor allem um Gemeinschaft und den Spaß. Genau das hält ihn und seine Gruppe Woche für Woche in Bewegung.