Food-Stylistin – Essen in Szene gesetzt

Gerichte so zuzubereiten, dass sie schmecken, ist eine Kunst – sie so zu präsentieren, dass sie auch danach aussehen, eine andere. Genau das machen Food-Stylisten und Food-Fotografen. Wir haben eine besucht, die beides ist: Katharina Nikiforow. Von Idar-Oberstein aus setzt sie Essen für Werbung von Herstellern, Restaurants und Verlagen visuell in Szene. Teil vier unserer Serie „Seltene Berufe“.

Katharina Nikiforow, Food Stylistin aus Idar-Oberstein
„Was für mich da den Reiz ausmacht, ist wirklich so das Emotionale. Also, wir haben alle eine Verbindung zu Essen. Für mich ist es Gemeinschaft, das Familiäre … Ich heiße Katharina Nikiforow und arbeite als Food Stylistin und Food  Fotografin.“
Katharina Nikiforow steht in ihrer heimischen Küche. Heute bereitet sie für ein Fotoshooting unter anderem American  Pancakes zu. Schön fluffig sollen sie werden, dafür sorgt eine extra Schippe Backpulver. Alles, was Katharina für ihre Kunden aus der Lebensmittelbranche zubereitet, ist vegan. Die Rezepte entwickelt sie häufig selbst. In einem Notizbuch sammelt sie erste Ideen, erstellt To-Do-Listen. Ihre künstlerische Vision hält sie auf einem Moodboard fest.
Katharina Nikiforow, Food Stylistin aus Idar-Oberstein
„Welche Emotionen wollen wir einfangen, welches Licht verwenden wir dafür, welche Requisiten, passt das zum Branding vom Kunden, welche Rezepte bereiten wir zu und welche Shots fangen wir ein? Also, das fasse ich noch mal zusammen. Und das ist dann das Endprodukt, was an den Kunden geht. Der segnet das ab und dann geht’s los.“
Damit die Pancakes optisch voll zur Geltung kommen, stapelt Katharina sie luftig mit Pappe dazwischen. Die darf später natürlich nicht zu sehen sein. Weiter geht’s im Keller, hier im eigenen Studio. Das Gericht soll rustikal und in herbstlicher Stimmung präsentiert werden. Dafür kommt es auf passende Deko und Requisiten an. Dann wird angerichtet, mit viel Feingefühl. Ein Farbenmeer aus verschiedenen Beeren und Blüten soll die Sinne ansprechen und den Fokus auf die Speise lenken. Hier und da greift Katharina in die Trickkiste. Das ist kein Kaffee, sondern Sojasoße mit Wasser, so bestimmt Katharina die gewünschte Farbe. Der Ahornsirup besteht in Wirklichkeit aus Zuckerrübensirup  und Agavendicksaft.
Katharina Nikiforow, Food Stylistin aus Idar-Oberstein
„Um einfach so einen dickeren Sirup zu kreieren. Weil Ahornsirup ist halt sehr flüssig, das fließt dann sehr, sehr schnell und dann muss man wirklich superschnell das Foto schießen, damit man das überhaupt erkennen kann. Und deswegen hab ich einfach mich an der Farbe orientiert von Ahornsirup und meinen Sirup selber zusammengemischt.“
Dann heißt es: alles zurecht und ins richtige Licht rücken. Das soll in diesem Fall weich, diffus und golden sein, herbstlich eben. Und auch die Perspektive ist entscheidend. Dem gewünschten Ergebnis gehen viele Schritte voraus. Es ist diese Vielfalt, die Katharina an ihrem Beruf liebt.
Katharina Nikiforow, Food Stylistin aus Idar-Oberstein
„Von der Planung… Wenn das Fotoshooting super vorbereitet ist, dann ist es einfach nur noch Spiel. Also, es ist einfach, du bist dann so drin in dem Ganzen und du weißt, welche Handgriffe wichtig sind, du weißt, welche Kameraeinstellungen wichtig sind.“
Für die 32-Jährige fing alles mit ihrer Leidenschaft für gutes Essen und einem eigenen Food Blog an, darüber entdeckt sie die Fotografie für sich. Vor drei Jahren schmeißt sie ihren Marketingjob hin und wagt den Schritt in die Selbständigkeit. Aus persönlichen Gründen spezialisiert sie sich auf die vegane Küche, für sie zugleich „Kreativität pur“.
Katharina Nikiforow, Food Stylistin aus Idar-Oberstein
„Du fängst an zu überlegen, wie kann ich wirklich coole leckere Sachen kreieren und bist dann einfach… Da öffnet sich wie so ein neues Tor an Möglichkeiten. Für mich als Food Fotografin ist das größte Kompliment, wenn jemand schreibt oder sagt: Hey, jetzt hab ich richtig Hunger bekommen. Weil dann weiß ich, ich hab meinen Job richtig gemacht.“
Dafür ist auch mal ein Abstecher in den heimischen Garten nötig. Hier wachsen etwa frische Tomaten für einen sommerlichen Salat. Fotografiert vor dem passenden Hintergrund. Vorher – nachher: Das Glas Weißwein und das Brot hat Katharina mithilfe von KI generiert. Auch das gehört zu ihrem Job – einer professionellen Food  Fotografin.