My urban piano – Trierer Innenstadt wird zur Bühne

Klavier-Klänge von überall her – wer in dieser Woche in Trier unterwegs ist, kann sie kaum überhören. Zwölf Pianos stehen in der Innenstadt verteilt – kunstvoll gestaltet von Trierer Vereinen. Wer vorbei kommt, kann sich dransetzen und einfach losspielen.

Gemeinschaft schaffen durch Musik – darum geht es bei dem Projekt „My Urban Piano“ in Trier. Hier an der Porta Nigra hat das direkt geklappt. Einfach stehen bleiben, zuhören und genießen. Wie diese beiden Urlauber aus Nordrhein-Westfalen.
Elmar Hartmann
„Finden wir sehr sehr gut. Also, bereichert ja so `ne  Stadt. Finde ich zumindest. Wir hören da gerne zu.“
Helga Hartmann
„Ja, ich hab‘ schon zu meinem Mann gesagt, wenn ich Klavier spielen könnte, dann würde ich mich gerne ran setzen und selber spielen.“
Auch wer noch nie gespielt hat, kann sich ausprobieren und drauflos klimpern. Denn Musik soll zugänglich gemacht werden – für alle Menschen. Ganz nach dem Motto: „Musik verbindet“. Das Kulturkollektiv KulturKarawane stellt das Projekt zum fünften Mal auf die Beine.
Charleen Theisen, KulturKarawane
„Musik spielt bei uns eine besondere Rolle. Wir benutzen Musik als demokratisches Instrument. Musik versteht jeder. Wir verwenden es als Sprache. Unabhängig von Herkunft oder Muttersprache können wir so eben miteinander kommunizieren. Und das schafft eine ganz besondere Verbindung zwischen den Menschen.“
Die Klaviere können frei genutzt werden. Egal von wem – oder für was. So etwa wird Musikunterricht unter freiem Himmel möglich. Bedeutet: musizieren mit Publikum.
Oriol Andreu Torrents, Musiklehrer
„Ja, das ist immer noch dieses Kribbeln im Bauch. Aber ich finde solche Herausforderungen toll. Und wie gesagt: Raus aus der Komfortzone.“
Elisa, Musikschülerin
„Es ist cool, weil ganz viele Menschen zuschauen. Und davor ist man auch ein bisschen aufgeregt. Es ist halt anders als einfach in einem Raum zu sitzen und Klavier zu spielen. Aber ich mag’s.“
Während die einen also noch üben, nutzen andere das öffentliche Spontan-Konzert, um mit Menschen in Kontakt zu kommen.
Simon Krista
„Dann gehe ich eigentlich immer von Klavier zu Klavier, unterhalte mich dann mit Menschen und treffe neue Menschen, lerne neue Menschen kennen. Trinke mal `n Weinchen am Weinstand. Weil Musik verbindet einfach. Und es ist einfach wunderschön, anderen Menschen eine Freude zu machen und einfach Musik zu machen in der Öffentlichkeit.“
Bis zum Sonntag stehen die Pianos verteilt in der Trierer Innenstadt. Noch ein ganzes Wochenende Zeit also, die Musik zu genießen oder selbst zu spielen.