Unterwegs mit der Bundespolizei am Flughafen
In Frankfurt befindet sich Deutschlands größte Polizeidienststelle – an Deutschlands größten Flughafen. Rund 2.700 Bedienstete der Bundespolizei kümmern sich um das wahrscheinlich wichtigste Gut an einem Flughafen: um die Sicherheit. Für unsere Flughafen-Serie haben wir zwei Bundespolizisten auf Streife begleitet.
„Einmal die E7.“
Dienstbeginn für Maren Bänsch und Andreas Bachmann. Mit schwerem Geschütz gehen sie auf Streife. Ihr Ziel: Die Reisenden sollen sich durch ihre Anwesenheit sicher fühlen.
Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen
„Präsenz könnte man sagen ist eigentlich die beste Prävention. Wir sind vor Ort und können dadurch auch Straftaten verhindern. Wir sind nicht nur für Passkontrolle oder Luftsicherheitskontrolle oder sonstiges zuständig, sondern wirklich vor Ort, wenn die Passagiere uns brauchen.“
Rund 15 Kilo wiegt solch eine Weste inklusive Ausrüstung. Auf Streife herrscht klare Aufgabenteilung. Eine Person hält das Maschinengewehr, die andere hat die Hände frei und kann Kontrollen durchführen.
„Do you have a boarding pass?“ – „Yeah!“
Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen
„Wir sind hier im öffentlichen Bereich. Dieser Bereich ist durch jeden betretbar. Egal, ob die Person jetzt irgendwelche Flugabsichten hat oder nicht.“Maren Bänsch, Bundespolizistin am Frankfurter Flughafen
„Was auch sehr häufig vorkommt, ist Gepäckdiebstahl, also Taschendiebstahl. Wir haben auch immer Leute, die auf uns zukommen und dass sie ihr Gepäck vergessen haben.“
Oder aus den Augen verloren. So kann es nicht nur leicht abhanden kommen, sondern stellt als herrenloses Gepäckstück auch eine Gefahr für alle Flughafenbesucher dar. Findet sich kein Besitzer, muss die Bundespolizei das Gebiet ringsherum absperren.
Mögliche Gefahren lauern auch an den Sicherheitskontrollen. Bis vor zwei Jahren hat die Bundespolizei sie selbst durchgeführt, jetzt liegen sie in der Verantwortung des Flughafenbetreibers. Trotzdem muss die Bundespolizei dort weiter Entscheidungen treffen. Gerade hat der Sprengstofftest bei einer Haarspray-Flasche eines Passagiers positiv angeschlagen. Kein seltener Fall, sagen die Bundespolizisten, die Scanner seien gerade bei Kosmetikartikeln empfindlich.
Maren Bänsch, Bundespolizistin am Frankfurter Flughafen
„Und da liegts dann in unserer Entscheidungsgewalt, ob wir der Person dann den Gegenstand wieder mitgeben oder nicht. Hier haben wir uns jetzt dagegen entschieden, weil wir einfach nicht reinschauen konnten und wir wussten nicht, was sich in dem Spray befindet.“
Entscheidungen treffen heißt es auch an der Grenzkontrolle. Die häufigsten Ablehnungsgründe: gefälschte Dokumente, Ausweismissbrauch oder ungültige Aufenthaltstitel. Und auch gesuchte Straftäter tauchen hier regelmäßig auf.
Andreas Bachmann, Bundespolizist am Frankfurter Flughafen
„Also wir haben das schon täglich am Flughafen generell, dass Personen zum Haftbefehl ausgeschrieben sind. Wir versuchen natürlich deeskalierend immer zu handeln und versuchen mit den Personen immer zu reden. Wenn die Person natürlich einsichtig ist und sich den Maßnahmen nicht widersetzt, gibt es keinen Grund, warum wir jetzt Zwang oder sonstige Maßnahmen anwenden. Heißt in dem Fall versuchen wir die Situation so normal wie möglich, so ruhig wie möglich aufzuklären.“


