Störche sammeln sich in Südhessen
Wer aktuell an Feldern und Wiesen vorbeifährt, kann es nicht übersehen: Zugvögel wie Gänse, Kraniche und Störche versammeln sich allmählich und bereiten sich vor auf ihre lange Reise gen Süden. Besonders viele Störche machen dabei Halt in der hessischen Gemeinde Büttelborn. Zusammen mit Bernd Petri vom Naturschutzbund Hessen haben wir uns mit Fernglas und Kamera rangepirscht und festgestellt – es werden jedes Jahr mehr Störche!
Bernd Petri, Ornithologe NABU Hessen
„Da sind alleine 200 Störche, circa 200 Störche in der Luft hier. Oh, fantastisch.“
Jedes Jahr aufs Neue wird Büttelborn zu einem wahren Storchen-Hotspot. Bis zu 600 Weißstörche sammeln sich aktuell in der kleinen Gemeinde im Kreis Groß-Gerau und fressen sich vor ihrem langen Weg nach Spanien und Nordafrika nochmal ordentlich satt.
Bernd Petri, Ornithologe NABU Hessen
„Das sind richtige Tankstellen. Wie, wenn wir nach Süden reisen, haben wir auch unsere Tankstellen, wo wir sagen: Oh, hier schmeckt es uns besonders gut. Und es ist eigentlich der storchenreichste, dichtbesiedelste Storchenraum in ganz Deutschland.“
Der Grund, warum es den Störchen hier so gut schmeckt, ist die nahegelegene Biomülldeponie. Wurst- und Fischreste geben ihnen besonders viel Kraft. Und die brauchen die Störche auf ihrer einmonatigen Reise ins Winterquartier. Doch immer mehr denken gar nicht daran, das Schlaraffenland Büttelborn zu verlassen.
Bernd Petri, Ornithologe NABU Hessen
„Auf jeden Fall reagieren die Störche auf ihrem Zug auf diese Klimaveränderungen, die Klimaerwärmung. Die Winter werden milder, sie finden genügend Nahrung hier. Und warum sollen sie dann weit und gefährlich reisen? Sie bleiben einfach hier und haben dann den Vorteil, dass sie ausgeruht in das Brutgeschäft ab Februar, März kommenden Jahres hineingehen können.“


