Ausbau der Ultranet-Stromtrasse

Es war eines der zentralen Versprechen im Bundestagswahlkampf: Union und SPD wollten die Strompreise reduzieren. Heute hat die schwarz-rote Bundesregierung beschlossen, die Stromsteuer zu senken – allerdings nur für Unternehmen, nicht für Privathaushalte. Die Bürger  könnten allerdings durch die ebenfalls beschlossene Senkung der Netzentgelte profitieren. Diese sind durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze in den letzten Jahren stark angestiegen. Über die aktuelle Lage hat sich heute die rheinland-pfälzische Energieministerin in der Nähe von Koblenz informiert.

Sie soll einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten: die Stromautobahn „Ultranet“, die auch 80 Kilometer durch Rheinland-Pfalz verläuft.
Mit der insgesamt etwa 340 Kilometer langen Gleichstromverbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg soll der  windstarke Norden mit dem  stromhungrigen Südwesten verbunden werden. Mit Gleichstrom lässt sich dabei mehr Energie transportieren, während beim aktuell noch vorherrschenden Wechselstrom über große Entfernungen viel Energie verloren geht.
Hendrik Neumann, Mitglied der Geschäftsführung Amprion GmbH
„Das Besondere an Ultranet ist, dass wir das in einer bestehenden Trasse machen. Also einer Trasse, die in der Vergangenheit für Wechselstromübertragung genutzt worden ist, nutzen wir in Zukunft für sowohl Wechselstrom als auch Gleichstrom auf dem gleichen Mast. Das ist tatsächlich weltweit einzigartig und ermöglicht es uns wirklich, eine Bestandstrasse zu nutzen und wir müssen keine zusätzliche Trasse hier errichten.“
In vielen betroffenen Kommunen entlang der neuen Trasse gab es im Vorfeld der Planungen Bedenken. Ist die Ultranet-Leitung womöglich schädlich für unsere Gesundheit?
Hendrik Neumann, Mitglied der Geschäftsführung Amprion GmbH
„Mitunter ein Grund, warum wir hier den Mast erhöhen, nämlich genau um die Beeinflussung, die hier unter der Leitung wirklich zu minimieren. Insofern können wir sicher sagen, dass wir die Grenzwerte hier alle einhalten.“
Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Energieministerin Rheinland-Pfalz
„Die Landesregierung hat Studien auch in Auftrag gegeben und auch eruiert, was das Thema gesundheitliche Belastungen anbelangt. Die Bedenken konnten auch entsprechend ausgeräumt werden. Insofern ist das der absolute richtige Weg. Die Diskussion an anderer Stelle, die dazu geführt hat, dass überall auch Erdkabel verlegt wurden, hat auch Folgen, die sie nach sich zieht und insofern ist das hier eine nachhaltige und kosteneffiziente Maßnahme.“
Die Ministerin findet den heute angekündigten Zuschuss von 6,5 Mrd  Euro zu den  Netzentgelten  richtig.
Der Netzausbau komme gut voran, sagt auch Betreiber Amprion. Dazu hätten besonders schnellere Genehmigungsverfahren der vergangenen Ampelkoalition im Bund beigetragen. Amprion investiert in Rheinland-Pfalz bis 2023 circa 1,3 Milliarden Euro in den Netzausbau. Dieser sei das wirksamste Mittel, um die Netzkosten zu senken.
2026 soll die neue Gleichstromverbindung in Betrieb gehen. Anwohner werden mit ihr leben müssen und – wie alle anderen Verbraucher – auf günstigere Strompreise hoffen.