Spektakuläre Streetart an Koblenzer Brücke

Der international bekannte Streetart-Künstler Hendrik Beikirch aus Bendorf bei Koblenz, hat schon in vielen Metropolen der Welt Wandbilder mit riesigen Ausmaßen erstellt. Sein neuestes Projekt hat ihn und weitere Künstler zurück in seine Heimat geführt – ein trister grauer Brückenpfeiler in Koblenz wurde bunt.

Comic-Ästhetik trifft moderne Malerei. Graffiti-Schriften neben den Hörspiel-Heldinnen Bibi und Tina in Street-Artist-Montur. All diese Motive befinden sich auf dem neuen Wandbild unter der Kurt-Schumacher-Brücke in Koblenz. 13 Künstler haben gemeinschaftlich dazu beigetragen – jeder mit einem ganz individuellen Stil.
Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler
„Die Idee war, dass dann am Ende die Summe von diesen 13 Einzelteilen stärker ist als die einzelnen Teile alleine. Und ich glaube, das hat in der Umsetzung dann ganz gut geklappt. Aber man kann trotzdem die einzelnen Stile erkennen, dass der Betrachter die Möglichkeit hat, zu sehen, wie man mit der Sprühdose als Malmittel letztendlich auch in ganz vielen verschiedenen Art und Weisen umgehen kann.“
„Across Generations“ heißt das Gemälde von Künstlern zwischen Anfang 20 und über 50 Jahren. Die eigenen Ideen mit denen anderer Kreativköpfe zu vereinen – für einige Teilnehmer eine ganz neue Herausforderung.
Sebastian „Sker“ Schorr, Streetart-Künstler
„In dem Fall war es so, dass das Bild vor und unter meinem Bild gemalt wurde und dann aber auch das Bild, was an mich anschließt und oben drüber ist, auch schon vorher vorskizziert wurde. Und da hab ich mich dann angepasst. Aber so, dass es am Ende harmoniert.“
Dem fertigen Bild vorangegangen sind mehrere Tage Vorbereitung. Erst wurde der Pfeiler gesäubert und grundiert, bevor es auf dem Gerüst an die Feinabstimmung ging.
Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler
„Das sieht von unten dann immer sehr leicht und überschaubar aus. Aber wenn man jetzt hier quasi auch schon wieder auf 4,50 Meter Höhe am Arbeiten ist, brauchen wir ein paar Hilfslinien.“
Mit Rolle, Pinsel und Sprühdose hat sich Hendrik Beikirch in vielen Ländern einen Namen gemacht. Ein Wandbild von Mahatma Gandhi in Indiens Hauptstadt Neu Delhi. Ein vertriebener Fischer in Südkorea oder der Bewohner einer Trabantensiedlung im französischen Toulouse. Im Auftrag des Frauennotrufs verwandelt Beikirch 2018 eine Hauswand an der Koblenzer Balduinbrücke in ein Kunstwerk. Sein neuestes Projekt haben die Stadt und lokale Sponsoren finanziert. Die eigene Heimat verschönern zu dürfen, ist für den 51-jährigen Künstler eine besondere Ehre.
Hendrik Beikirch, Streetart-Künstler
„Das ist auch letztendlich ein Mehrwert für mich. Jedes Mal, wenn ich hier vorbeifahre, werde ich mich an dem Bild erfreuen. Aber das ist dann auch der besondere Mehrwert, mich einfach auch an die schöne Zeit der Entstehung zurückerinnern können.“
Koblenz hat einen neuen Blickfang. Und das Interesse an dem Bild geht wie der Titel „Across Generations“ es aussagt – über Generationen hinweg.