Kampf gegen invasiven Japankäfer
Regelmäßig gibt es Diskussionen über den Katzenwels, die Große Drüsenameise oder über den Roten Amerikanischen Sumpfkrebs. Der Grund: Sie alle sind invasive Arten, also Arten, die bei uns nicht heimisch sind – und sich ganz schön breit machen. Und nun gibt es eine weitere invasive Art, die in Südhessen gefunden wurde und dort mächtig für Ärger sorgt – der Japankäfer.
Er ist nur so groß wie eine Kaffeebohne, metallisch schillernd und hat markant weiße Haarbüschel am Hinterleib. Der Japankäfer. Und er ist ziemlich gefräßig. In der Landwirtschaft kann er daher massive Schäden anrichten.
Dirk Hill, zuständig für das Japankäfer-Monitoring
„Der Käfer macht einen sogenannten Skeletttierfraß. Das heißt, er hat eine Massenvermehrung und frisst die Blätter der Pflanze. Er hat bis zu 400 Wirtspflanzen. Und diese Blätter können keine Photosynthese mehr machen. Und würden absterben.“Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen
„Dementsprechend kann er, wenn er sich stark vermehrt, auch große Schäden in Landwirtschaft, Gartenbau, aber auch in der Natur und auch in Privatgärten, im Rasen oder auf Fußballplätzen hinterlassen.“
In Trebur sind den Experten des hessischen Pflanzenschutzdienstes jetzt sechs Exemplare des Japankäfers in die Falle gegangen. Vermutlich als blinder Passagier ist er eingeschleppt worden und breitet sich nun aus, da er hier keine natürlichen Fressfeinde hat.
Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen
„Diese Population, die wir jetzt hier gefunden haben, haben wir genetisch prüfen lassen. Und da haben wir am Wochenende das Ergebnis bekommen von der Bundesforschungsanstalt, dass das eine italienische bzw. die Schweizer Population der Ursprung ist.“
Um die Ausbreitung des Japankäfers zu stoppen, wurde nun ein Aktionsplan aufgelegt. In der Befallszone – der Stadt Trebur – und einer Pufferzone im Radius von 6 Kilometern, die sich bis nach Rheinland-Pfalz erstreckt, müssen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden.
So dürfen unter anderem in der Befallszone keine Rasenflächen gewässert werden, um zu verhindert, dass der Japankäfer dort seine Eier ablegt. Aus der Pufferzone darf zudem kein Grünschnitt, Rollrasen und Erde herausgebracht werden.
Für Florian Feth, der in Nauheim – also in der Pufferzone – ein Gartencenter betreibt, bedeutet das auch finanzielle Einbußen.
Florian Feth, betreibt ein Gartencenter in Nauheim
„Wir dürfen jetzt hier alle Pflanzen, die fest in Erde sitzen, nicht raus machen und verkaufen. Die Gefahr, dass Larven drin sind, ist zu hoch.“
Alle Topfpflanzen muss Feth auf versiegelte oder abgedeckte Flächen stellen. Mit einem mulmigen Gefühl kontrolliert er auf einen Befall. Sollte er einen Japankäfer entdecken, muss er ihn an den Pflanzenschutzdienst melden, genauso wie alle anderen Bürger.
Florian Feth, betreibt ein Gartencenter in Nauheim
„Das kann dann bis zum Schließen des Betriebs kommen, wie bei der Schweinepest oder etc. Wenn der Laden zugemacht wird, dann reden wir über existenzielle Folgen. Ja.“
Die Verunsicherung ist groß, das zeigt sich am Abend auch bei einer Bürgerversammlung in Trebur.
Die ansässigen Landwirte sind besorgt, ob sie alle Maßnahmen bei der anstehenden Ernte umsetzen können. Auch sie wollen mit allen Mitteln verhindern, dass der Käfer sich in Trebur dauerhaft ansiedelt.
Roland Kraft, Ackerbauer in Trebur
„Wenn jetzt ein Käfer einen Salatacker abfrisst, der ist dann nicht zu vermarkten. Das ist dann ein Totalausfall.“


