Junger Fotokünstler im Mainzer Landesmuseum
Moritz Koch ist gerade einmal 25 Jahre alt und schon ein Star der Fotografen-Szene. Das Markenzeichen des Mainzers sind die ganz großen Inszenierungen. Aufwändige Fotografien, mit bis zu 200 Komparsen – die auch wir schon mit unseren Kameras begleitet haben. Jetzt bekommt der Künstler seine erste Ausstellung in einem großen Museum. „Memories of Another Tomorrow“ – also „Erinnerungen an ein anderes Morgen“ – heißt die Ausstellung, die bis zum 5. Oktober im Mainzer Landesmuseum zu sehen ist.
Das größte Radioteleskop der Welt. Es steht bei Effelsberg in der Eifel. Es ist das Motiv einer ganz neuen Arbeit von Moritz Koch. Das Shooting hat gerade erst stattgefunden. Festgehalten ist ein einziger Moment. Eine Aufnahme, die viel mehr ist, als nur eine Fotografie.
Moritz Koch, Fotograf aus Mainz
„Ja, das ist wirklich eine gigantische Vorbereitungszeit. Also die Vorproduktion, die dauert etwa fünf bis sechs Monate, und diese Zeit brauchen wir auch, um eben die ganzen Details zu klären, um die ganzen Hintergründe zu klären. Man muss sich vorstellen, hier stehen wirklich 30 Personen hinter den Kulissen, und das braucht einfach Zeit, um das vorzubereiten. Also, die Genehmigungen zu ordern, die ganze Logistik zu stemmen, sich Gedanken über Catering, über Toiletten, über alles zu machen, was da halt dazu gehört. Was man dem Bild letztlich gar nicht mehr ansieht, aber durch die Behind-the-Scenes-Aufnahmen noch mal eindrücklich gezeigt wird.“
Für dieses Foto ist vor ein paar Wochen die A544 bei Aachen gesperrt worden. Es ist noch eine neue Arbeit des 25-Jährigen. Die ganz große Inszenierung mit vielen Komparsen und Assistenten, die alle aus Spaß am Event, ohne Bezahlung mitmachen. Das ist genau das Ding des Mainzers.
Moritz Koch, Fotograf aus Mainz
„Mich reizt meistens das Szenische wirklich, also dass das wirklich aussieht wie so eine Filmkulisse, wie so ein Bild. Ein malerisches Filmbild eigentlich, und jedes einzelne Motiv hat dann noch mal so einen eigenen Schwerpunkt, was mich individuell gereizt hat. Ich habe die inszenierte Fotografie für mich im Alter von 16, 17 Jahren entdeckt, und für mich ist die Fotografie einfach dieses magische Medium. Was kein Vorher oder Nachher erzählt, sondern nur diesen einen eingefrorenen Moment, und sich die Geschichte auszumalen, das bleibt dann unserer eigenen Fantasie überlassen. Und das finde ich das Tolle an der Fotografie.“
Das Kino, Filme und Oldtimer faszinieren den Fotografen. In Mainz erhält er jetzt seine erste große museale Ausstellung. Im altehrwürdigen Landesmuseum. Junge Kunst verspricht ein neues Publikum.
Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz
„Ich denke schon, weil es eine ganz andere Art von Kunst ist, die wir sonst hier im Museum nicht üblicherweise sehen können, und es spricht sicherlich vor allem jüngere Menschen an.“
Moritz Koch ist Autodidakt. Im Juli fand ein Shooting auf dem Feldberg im Taunus statt. Der bisher höchste Ort, aber nicht die höchsten Ziele des Mainzers.
Moritz Koch, Fotograf aus Mainz
„Ja, es ist viel geplant für die Zukunft. Und es wird auch ins Ausland gehen, dazu kann ich noch gar nicht so viel verraten.“


