Demonstrationen zum Gaza-Krieg in Frankfurt

Tausende Menschen haben sich am Samstag in Frankfurt zu einer pro-palästinensischen Demonstration versammelt. Die Stadt hatte sie zunächst untersagt – das Verbot wurde durch Gerichte aber wieder gekippt. Am Ende kommen mehr als doppelt so viele Menschen wie erwartet. Das rief auch die jüdische Gemeinde auf den Plan, die als Reaktion darauf am Sonntag ebenfalls zu einer Kundgebung rief.

„United 4 Gaza“ – unter diesem Motto gehen am Samstag rund 11.000 Menschen auf die Straße um gegen den Gaza-Krieg zu demonstrieren und auf das Leid der Menschen aufmerksam zu machen. Auch die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort und beobachtet die Demonstranten genau.
Denn hinter der Kritik an der Kriegsführung in Gaza und der israelischen Regierung steckt oftmals  Antisemitismus. Bis Samstagabend werden nach Polizeiangaben 23 Strafanzeigen gestellt, unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen und des Verdachts der Volksverhetzung. Zu größeren Ausschreitungen kommt es laut Polizei aber nicht.
Als Reaktion auf die Palästina-Demo rufen jüdische Vereine und Initiativen zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus auf. Rund 650 Menschen nehmen teil, einer von ihnen ist Hessens Innenminister Roman Poseck. Heute verurteilt er das Vorgehen einiger Teilnehmer der Großdemonstration am Samstag.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Dort sind auch wieder Parolen gegen Israel gerufen worden, dort sind jüdische Bürgerinnen und Bürger verunglimpft worden. Und ich hab vor allen Dingen keinerlei Distanzierung zur Hamas wahrgenommen. Die Hamas ist eindeutig eine Terrororganisation und ich erwarte von Menschen, die bei uns die Meinungs- und Versammlungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen, dass sie sich sehr klar von Terrororganisationen distanzieren und abgrenzen.“
Jüdisches Leben sei zurzeit besonders bedroht.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Da gibt es Anfeindungen, da gibt es aber auch körperliche Übergriffe. Wir hatten in Hessen im vergangenen Jahr fast 1000 antisemitische Vorfälle. Jeder einzelne ist einer zu viel, wir sehen eine dramatische Steigerung.“
Fest steht: Das Verhältnis zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Aktivisten bleibt mehr als angespannt.