Immer mehr Menschen ohne Krankenversicherung

Für uns ist sie eine Selbstverständlichkeit: Die Krankenversicherung. Trotzdem gibt es in Deutschland laut offiziellen Zahlen rund 60.000 Menschen die keine haben. Die Dunkelziffer wird sogar in die Millionen geschätzt. Krank zu werden kann bei diesen Menschen nicht nur gefährlich, sondern schnell auch ein finanzielles Desaster werden. In Offenbach gibt es Hilfe.

Eine Entzündung am Bein, die behandelt werden muss. Der Patient braucht ein Antibiotikum. Eigentlich kein Problem. Aber: Er ist nicht krankenversichert. Ehrenamtliche Helfer wie der Internist Dr. Matthias Zimmer bieten in Offenbach eine Sprechstunde an, bei der Patienten ohne Versicherung trotzdem behandelt werden.
Dr. Matthias Zimmer, Internist
„Unsere Patienten gehen einmal quer durch die gesamte Gesellschaft, durch alle Schichten durch. Das fängt an bei ehemaligen Selbstständigen, die sich jetzt in ihrer Rente die Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr leisten können. Das sind Studenten, die Probleme haben weil sie zu lange studieren und aus der Familienversicherung rausgefallen sind. Das sind aber zum Beispiel auch Menschen, die obdachlos sind und Schwierigkeiten haben, bei den entsprechenden Behörden Anträge zu stellen auf Hilfen.“
Leszek Ilkiewicz ist Rentner und auf die Hilfe der Ehrenamtlichen angewiesen. Durch Schicksalsschläge und familiäre Probleme flog er aus der gesetzlichen Versicherung. Ohne die Arbeit der Malteser könnte er seine Untersuchungen nicht finanzieren.
Leszek Ilkiewicz, Rentner
„Das finde ich bewundernswert. Also das ist ganz toll, finde ich. Vor allem weil die es im Prinzip kostenlos machen.“
Die Sprechstunde für Patienten wie ihn findet einmal pro Woche im Offenbacher Ketteler-Krankenhaus statt. Die Praxis wird ausschließlich durch Spenden finanziert. 441 Patienten nutzten dort im vergangenen Jahr das Angebot der Malteser.  Ideal wäre aber, es müsste die Praxis gar nicht geben.
Dr. Matthias Zimmer, Internist
„Wir haben uns vorgenommen, die Praxis wird so lange laufen, wie es Menschen gibt die a) helfen wollen – also unsere ganzen Ehrenamtlichen, die das hier stemmen – und gleichzeitig ist unser letzter Tag hoffentlich dann gekommen, wenn alle Menschen in Deutschland Anspruch auf eine Krankenversicherung haben, der auch wirklich umgesetzt wird.“
Denn eigentlich muss schon seit 2009 jeder Mensch mit Wohnsitz in Deutschland krankenversichert sein, in einigen Fällen weigern sich Krankenkassen aber trotzdem Patienten aufzunehmen.
Ehrenamtliche Helfer wie Matthias Zimmer versuchen denjenigen  zu helfen, die durch das System fallen.