Traumberuf trotz schwieriger Gäste: Bademeister in Kaiserslautern

Die letzten warmen Sommertage stehen an und damit auch das Ende der Freibadsaison. Jan Frenz hat bereits seine Ausbildung in der Waschmühle, der „Wesch“, in Kaiserslautern gemacht. Im Interview erzählt uns der Bademeister, wie sich im Laufe der Jahre die Badegäste und damit auch seine Arbeit verändert haben. In diesem schönen Freibad in der Pfalz, in dem er selbst schon als Kind immer schwimmen war.

„Da war das natürlich – Schule vorbei, Sachen packen, man geht ins Schwimmbad. Und da hat man dann den ganzen Tag gehockt. Hier ist man irgendwie groß geworden.“
Groß geworden mit Freibad-Pommes und wettrutschen. Mittlerweile arbeitet Jan Frenz seit 17 Jahren hier in der Wesch als Bademeister. So richtig gefährlich wird es selten.
Jan Frenz, Bademeister Waschmühle Kaiserslautern
„Wir sehen ja unsere Leute, die hier schwimmen und wie sie sich bewegen und was passiert. Und man sieht manchmal schon im Vorfeld: Oh okay, das wird jetzt brenzlig, da muss man hinschreiten. Es kommt aber doch ein paar Mal in der Saison vor. Dieses Jahr war es jetzt, glaube ich, drei Mal gewesen, dass wir wirklich reingesprungen sind und jemanden rausgeholt haben.“
Zu seinem Job zählt es auch, außerhalb des Wassers für Sicherheit zu sorgen und einzuschreiten, wenn es mal zu Blödeleien kommt.
Jan Frenz, Bademeister Waschmühle Kaiserslautern
„Das ist ja okay. Man darf ja auch mal als Kind was falsch machen. Da hat ja niemand was dagegen. Aber wenn ich dann was falsch gemacht habe, und dann muss ich mir halt anhören: Oh, das war nicht so cool – pass auf, das ist gefährlich, mach das bitte nicht mehr.“
Aber bei Blödeleien bleibt es nicht immer. Hier in Kaiserslautern, wie auch in anderen Bädern, kommt es immer häufiger zu Schlägereien. Sexuelle Übergriffe nehmen zu. Das Team der Wesch ist geschult, diese Situationen unter Kontrolle zu bekommen.
Jan Frenz, Bademeister Waschmühle Kaiserslautern
„Bei jungen Männern, die bauen sich dann auf, so nach dem Motto ‚Was willst du von mir?‘. Kommen einem sehr nahe. Man merkt, jetzt ist eine Spannung da. Vorsicht, wir sind hier kurz vorm Eskalieren. Wir haben aber auch die Sorge, dass das jetzt noch schlimmer wird. Und sind auch da in Überlegungen, das mit Security zu lösen.“
Denn der Respekt ihm  gegenüber, seinen Kollegen und den anderen Badegästen nehme immer weiter ab. Und dennoch: Seinen Arbeitsplatz würde der 33-Jährige für nichts auf der Welt hergeben.
Jan Frenz, Bademeister Waschmühle Kaiserslautern
„Wenn man morgens hier reinkommt – und jetzt gerade, wenn es jetzt wieder herbstlich wird oder im Frühjahr – hier ist es, mit der Natur im Hintergrund, ist es was ganz Besonderes. Die Lichtverhältnisse. Es ist irgendwie so ein Stück Freiheit.“
Und weil ihn die Waschmühle  in all den Jahren nicht losgelassen hat, wird Jan Frenz  hier wohl noch viele weitere Jahre für Sicherheit und Ordnung sorgen.