Ausstellung erinnert an Ahr-Hochwasser
Vor vier Jahren hat die Flut im Ahrtal eine ganze Region zerstört. 135 Menschen starben, viele Anwohner haben ihr Zuhause verloren und auch die Infrastruktur der gesamten Region wurde schwer beschädigt. Darunter über 100 Brücken. Doch die sogenannte Jahrhundertflut war nicht das erste Extremhochwasser an der Ahr. Das zeigt eine Ausstellung im Museum der Stadt Sinzig.
Die Ahrbrücke Kölner Straße in Sinzig. Sie steht hier seit 1871. Der Flut vor vier Jahren hat sie standgehalten. Doch viele Brücken über den Fluss sind durch die Wassermassen im Juli 2021 zerstört oder stark beschädigt worden. Nicht zum ersten Mal. Auch hier in Sinzig ist eine Brücke dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Sie stand an der Stelle der heutigen Sandsteinbrücke.
Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig
„Nachdem die Flut im Jahr 1804 den alten historischen Ahrübergang der Aachen-Frankfurter Heerstraße hier in Sinzig zerstört hatte, hat die französische Regierung entschieden, an dieser Stelle eine Holzbrücke wieder aufzubauen. Bei der Flut 2021 sind dann zahlreiche Holzpfähle hier an dieser Stelle im Umfeld dieser Brücke von der früheren Holzbrücke freigespült worden und dann später in Sinzig an der Ahr eingesammelt worden, die wir heute im Museum zeigen.“
Der längste Holzpfeiler ist 3 Meter 80 lang. Insgesamt werden im Museum der Stadt Sinzig über 30 Brückenpfeiler ausgestellt. Aus ganz verschiedenen Orten an der Ahr, aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Alle haben eines gemeinsam. Sie stammen von Brücken, die ein extremes Hochwasser zerstört hat. So grausam und unvorstellbar die Flutkatastrophe vor vier Jahren war, sie war nicht die erste an der Ahr.
Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig
„Also, man weiß auf jeden Fall durch historische Quellen, Veröffentlichungen und Forschung dazu, dass es seit dem Mittelalter und der Neuzeit eine mindestens zweistellige Zahl von Flutkatastrophen im Ahrtal gegeben hat.“
Und wahrscheinlich gab es bereits zu römischen Zeiten eine Flutkatastrophe. Auf einem Privatgelände, dessen genauer Standort nicht verraten werden soll, haben Archäologen Überreste einer großen römischen Villa gefunden. Sie stand im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus an der Ahr. Durch die Flut vor vier Jahren sind die Umrisse der Villa freigespült worden. Spezielle Untersuchungen ergaben, dass auch sie wohl von einer Ahrflut getroffen wurde.
Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig
„Also die Römer, nachdem sehr wahrscheinlich auch schon zu Römerzeit ein Hochwasser diesen Gutshof getroffen hat, oder das Hauptgebäude dieser Villa betroffen hat, sind die Römer im dritten und vierten Jahrhundert in ein kleineres, etwas höher gelegenes Nebengebäude, in ein weiteres Wohngebäude umgezogen.“


