Sozialministerin stellt Kita-Programm vor

Der Personalmangel in den hessischen Kitas wird immer schlimmer. Am Ende sind die Eltern die Leidtragenden, weil es zu wenig Plätze gibt. Jetzt reagiert die hessische Regierung: Mehr Quereinsteiger sollen es an den Kindertagesstätten nun richten. Wir schauen uns die Pläne der Sozialministerin genau an.

Zu wenig Personal, zu wenig Plätze. 41.000 Kita-Plätze fehlen in Hessen laut einer Bertelsmann-Studie. Der Lösungsansatz von Sozialministerin Heike Hofmann: an der Zusammensetzung des Personals arbeiten. Bisher brauchen 25 Prozent der Fachkräfte in Kitas keine pädagogische Qualifikation. Der Anteil dieser sogenannten Fachkräfte zur Mitarbeit soll nun auf 30 Prozent steigen.
Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen
„Da geht’s um eine große Zielgruppe von Frauen und Männern, die sagen, ja ich möchte gerne mit Kindern zusammenarbeiten. Die zum Beispiel im Bereich der sozialen Berufe schon unterwegs sind. Die vielleicht sagen, ich habe so und so überlegt, Sozialpädagogik zu studieren. Oder Sozialmanagement gemacht haben oder wie gesagt aus Gesundheitsfachberufen gekommen sind.“
Die oppositionelle FDP hält es nicht für realistisch, so viele Fachkräfte aus anderen Berufen – etwa Logopäden – für Kitas abwerben zu können. Diese bekämen  160 Stunden Weiterbildung. Für René Rock zu wenig.
René Rock (FDP), Abgeordneter Landtag Hessen
„Das Hauptproblem ist natürlich, dass wir bei Tagesmüttern verlangen, dass sie pädagogisch qualifiziert sind, um Kinder betreuen zu dürfen. Und dass diese Seiteneinsteiger mittlerweile keine pädagogische Qualifikation mehr brauchen und die auch nicht nachholen müssen. Das ist etwas Neues in diesem Gesetz, von daher, der Qualität tuts nicht gut. Und mehr Plätze scheinen dadurch auch nicht zu entstehen.“
Neben der Betreuung möchte Hofmann auch in Bildung investieren. So etwa in die Sprachförderung.
Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen
„Wir sehen in vielen Kitas, dass Kinder mit und ohne Migrationshintergrund sprachliche Defizite haben. Und deshalb ist es wichtig, dass wir mit einer neuen Koordinierungsstelle die Fachkräfte und Leitungen unterstützen, dass sie die Qualifikation erwerben, wie man die Sprachförderung in der Tat betreibt.“
Neben dem Personal fehle es an Gebäuden für Kitas. 280 Millionen Euro aus Bundesmitteln stehen hessischen Kitas in den nächsten vier Jahren für Aus- und Neubauten zur Verfügung, so die Ministerin.
Heike Hofmann sagt, Hessen habe sein Ziel noch längst nicht erreicht. Mit dem Dreiklang aus Betreuung, Bildung und Bauen soll aber zumindest ein Schritt zu mehr Kitaplätzen getan werden.