Blut spenden im Einkaufszentrum
Alle sieben Sekunden wird in Deutschland eine Blutspende benötigt – doch die sind oft knapp. Um mehr Spender zu locken, hat in Hanau hessenweit der erste Pop-Up-Store fürs Blut spenden eröffnet. Mitten im Einkaufszentrum kann man hier jetzt sein Blut abgeben – mit Termin oder ganz spontan – und so beim Shoppen gleich noch was Gutes tun.
Für Lucas Arndt ist das heute die 41. Blutspende seines Lebens. Ganz entspannt wartet er darauf, bis der halbe Liter Blut raus aus seinen Adern ist.
Lucas Arndt
„Es ist ja für mich wirklich kein Aufwand und man kann damit den Leuten helfen. Und man fühlt sich auch gut nach dem Blutspenden.“
Denn das gespendete Blut wird beispielsweise bei Transplantationen oder Krebsbehandlungen verwendet. Frauen können jährlich viermal und Männer sechsmal zur Blutspende. Dass jemand so regelmäßig Blut abgibt wie Lucas Arndt, ist vorbildlich. Denn die Gesellschaft wird immer älter – und braucht Blut.
Nora Löhlein, Blutspendedienst DRK
„Unsere Spender, die über wirklich viele Jahrzehnte treu und aus sehr altruistischen Gründen gespendet haben, die werden jetzt älter, die werden potentiell auch zu Empfängern. Und dann gibt es einfach einen Gap. Es kommen nicht genug junge Menschen nach, um dieses Gap zu füllen. Deswegen besonders der Appell an die jungen Menschen zur Blutspende zu kommen.“
Deshalb auch ein Pop-Up-Store mitten im Einkaufszentrum. Die Idee: das Schöne mit dem Nützlichen verbinden und damit vor allem Erstspender anlocken. Bei Soud El Badouri geht das direkt auf.
Souad El Badouri
„Ich musste heute Morgen in die Stadt, ein paar Sachen für Mama erledigen. Und dann habe ich gesehen: Okay, Pop-Up-Store. Und dann habe ich mir das angeguckt und war so, soll ich es machen? Soll ich es nicht machen? Und dann war ich so, mach’s einfach. Es ist dein erstes Mal, mach’s einfach, da kann nichts schief gehen.“
Denn sie hat genug gegessen und getrunken.
Souad El Badouri
„Vorhin beim CheckUp, bei der Ärztin, wurde mir noch einmal gesagt, ich soll viel trinken. Ich bin auf zwei Liter gekommen. Habe auch genug gegessen. Mir geht’s gut, ich fühle mich gut.“
Wie viele Spenden zur Verfügung stehen, ist saisonal stark unterschiedlich. Gerade jetzt im Sommer sind die Konserven meist knapp, weil viele Menschen Urlaub machen oder bei der Hitze Sorge haben, Kreislaufprobleme zu bekommen. Aktuell werden vor allem die Blutgruppen A negativ, Null negativ und Null positiv benötigt.
Nora Löhlein, Blutspendedienst DRK
„Die letzten Tage waren dann wieder sehr heiß. Das merkt man dann gleich auch wieder an den Zahlen. Also es ist einfach wichtig, dass man kontinuierlich zur Blutspende kommt. Das liegt auch ein bisschen daran, dass wir Blutpräparate haben, die nur vier Tage haltbar sind. Das bedeutet im Grunde, selbst wenn jetzt an einem Tag die Versorgung super ist, kann das eine Woche später schon wieder ganz anders aussehen.“


