Badeseen wegen Blaualgen gesperrt

Wir alle kennen den Song: „36 Grad und es wird noch heißer“. Und der beschreibt die aktuelle Situation ganz gut. Abkühlung dringend erwünscht! Wie schön ist da doch ein Sprung in den Badesee. – Aber Vorsicht! In einigen Seen sollten sie gerade nicht baden gehen, Stichwort Blaualgen. Wir blicken nach Offenbach.

„So idyllisch“, könnte man denken, wenn man den Schultheis-Weiher in Offenbach von oben betrachtet. Bei näherem Hinsehen dann aber gar nicht mehr. Grünliche Schlieren ziehen sich über die Wasseroberfläche. Was man dort sieht, sind Blaualgen, so werden sie zumindest im Volksmund genannt. Wissenschaftlich gesehen sind es einzellige Organismen, weshalb Experten von Cyanobakterien sprechen. Und die gibt es hier nun massenhaft.
Dr. Patrick Slattery, Diplom-Biologe
„Die Ursache für die Massenentwicklung von Bakterien ist eine überhöhte Anreicherung von Nährstoffen im Gewässer. Auslöser sind dann Perioden mit intensiver Sonneneinstrahlung. Am Schultheis-Weiher ist das Problem noch mal verstärkt dadurch, dass das Gewässer sehr flach ist. Es hat eine mittlere Tiefe von nur 2,50 Meter.“
Und so bekommen die Bakterien besonders viel Licht und können sich prächtig vermehren. Der Schultheis-Weiher ist  deshalb für den Badebetrieb gesperrt. Denn nicht nur optisch verdirbt die Blaualge das Badevergnügen, sie kann auch durchaus gefährlich sein.
Alexander Jeschke, Stv. Leiter Umweltamt Offenbach
„Hauptaugenmerk ist das Risiko bei einer Rettung, weil das Wasser getrübt ist. Gerade bei Sichttiefen beispielsweise bei 50 Zentimetern, müssen wir den See sperren, weil eine solche Rettung nicht mehr möglich ist.“
Dr. Patrick Slattery, Diplom-Biologe
„Und einige Bakterienarten können Zytotoxine produzieren, die beim Verschlucken von größeren Wassermengen zu Übelkeit führen können und es kann auch zu Hautausschlägen führen.“
Insbesondere Kinder, die beim Toben viel Wasser schlucken sind gefährdet. Baden dürfen hier nur noch die Enten. Genauso wie im Aartalsee bei Bischoffen, im Hattsteinweiher bei Usingen. Bei mehreren anderen Gewässern in Hessen wird vom Baden abgeraten, beispielsweise im Großen Woog in Darmstadt oder im Werratalsee bei Eschwege.
In Rheinland-Pfalz ist der Postweiher bei Freilingen von einer Blaualgen-Massenvermehrung betroffen. Hier rät das Landesamt für Umwelt dringend vom Baden ab. Warnstufen gelten außerdem am Waldsee Argenthal und am Bärenlochweiher im Pfälzerwald.
Machen, kann man gegen die Blaualge nichts, außer regelmäßig zu kontrollieren, ob sie sich verzogen hat.
Alexander Jeschke, Stv. Leiter Umweltamt Offenbach
„Ob wir noch mal öffnen können, wird sich weisen. Wir müssen es einfach beobachten.“
Also Vorsicht bei grünlicher Trübung in ihrem Badesee und im Zweifel lieber unter die kühle Dusche. Die ist am Schultheißweiher in Offenbach noch in Betrieb und mindestens genauso erfrischend, wie der Sprung in den Badesee.