Zollkontrollen am Flughafen Frankfurt
Am Frankfurter Flughafen herrscht nach wie vor in den Ferien Hochbetrieb. Auch für die Beamten des Zolls. Dieser sorgte im vergangen Jahr für rund 7,4 Milliarden Euro Staatseinnahmen – und hat mehrere Tonnen Drogen und über eine Millionen Plagiate beschlagnahmt. Gestern haben wir Ihnen die Arbeit der Zollhunde vorgestellt. Heute begleiten wir einen Beamten, der den Zoll-Ausgang kontrolliert. Der nächste Teil unserer Sommerserie.
Es ist noch früh am Morgen, als die Passagiere dieser Maschine aus China nur noch eines wollen: ab nach Hause oder ab ins Hotel. Einige von ihnen müssen aber noch einen Zwischenstopp einlegen.
Nico Schneider, Zollbeamter Frankfurter Flughafen
„Das entscheiden wir nach Bauchgefühl oder an dem Verhalten, wie sich jemand verhält. Und wenn ich dann anfange, zu fragen, wo sie herkommen. Ob Tabakwaren oder alkoholische Getränke dabei sind. Da hat man schon ein Gespür, je nachdem wie schnell die Antworten kommen, ob ich händisch mal ins Gepäck schauen muss.“
So auch bei diesem Ehepaar.
Stolze sechs Koffer haben die beiden dabei, fast alle sind randvoll mit Essen. Aber nicht alle Lebensmittel dürfen in die Europäische Union eingeführt werden. Milchprodukte und Fleisch sind tabu.
Auch frische Pflanzen dürfen nicht mit, sofern sie kein Gesundheitszeugnis haben.
Daniela Karwanni, Pflanzenschutzkontrolle Regierungspräsidium Gießen
„Das Problem ist, dass in frischen Früchten immer Insektenlarven sitzen können. Oder auch bakterielle Erreger, die hier für unsere Land- und Forstwirtschaft zum Problem werden können. Das können Käferlarven sein, das können Fruchtfliegen sein, es gibt viele Beispiele. Gerade jetzt in den Sommermonaten, wo es warm ist, verbreiten die sich sehr schnell.“
Und dann heißt es: weg mit den Lebensmitteln. Manchmal versuchen die Reisenden den Zöllner doch noch umzustimmen. Doch Nico Schneider, der eigentlich anders heißt, hat klare Vorgaben.
Nico Schneider, Zollbeamter Frankfurter Flughafen
„Ich kann das verstehen. Die schmecken unter Umständen ganz anders wie hier. Dann sagen viele Reisende, probieren Sie doch mal. Klar, der Reiz ist da, aber das können wir nicht. Wir wissen nicht, mit was ist es zubereitet, was ist da dran. Unter Umständen vertragen wir Europäer die Lebensmittel gar nicht.“
Auch große Mengen Bargeld, Tabak oder Alkohol müssen die Reisenden beim Zoll anmelden. Und auch bei teurem Schmuck fragt Schneider genauer nach.
„Ist die für jemanden zu Hause oder für ein Geschäft hier? Für jemanden zu Hause, gut.“
Seit neun Jahren kontrolliert der Beamte den Zollausgang. Hier, wo immer ein Hauch von Urlaub in der Luft liegt. Die meisten Passagiere reagieren gelassen auf die Kontrollen. Aber nun mal nicht alle.
Nico Schneider, Zollbeamter Frankfurter Flughafen
„Wir sind ja schon die Beamten, die in ein hoch geschütztes Grundrecht eingreifen. Ich gucke in das Eigentum. Ich mache den Koffer auf oder lasse ihn aufmachen, gucke in die Schmutzwäsche. Unter Umständen will der Beamte dann auch noch von mir Geld, weil das ist ja eine von unseren Aufgaben, die Wirtschaft zu stärken und zu schützen und Sorge zu tragen, dass die Steuern und Einfuhrabgaben erhoben werden.“


