Brütende Hitze in Hessen und Rheinland-Pfalz

Temperaturen über 30 Grad draußen – da bleibt nur eins: die passende Abkühlung suchen. Die Schwimmbäder in Hessen und Rheinland-Pfalz sind sehr gut besucht! Doch das war nicht immer so in diesem Sommer. Der Regen der vergangenen Wochen hat vielen nicht gerade Lust aufs Planschen gemacht – die Sommersonne heute hingegen schon!

Kurz vor zehn scharren sie hier in Bingen schon mit den Hufen. Früh sein lohnt sich, denn heute wird’s nichts nur heiß sondern auch voll. Im Binger Naturschwimmbad wollen alle endlich den Sommer genießen.
Emilia Krewalski
„Die letzten Wochen waren ja die ganze Zeit regnerisch. Da hat man nicht wirklich was gemacht oder ist dann halt in Urlaub geflogen, um den ganzen zu entfliehen. Aber jetzt geht’s ja wieder.“
Kristin Hoppe
„In der Zeit wo wir noch gearbeitet haben, war es natürlich super, da konnten wir schön den Feierabend verbringen, aber dann, als die Ferien losgingen für Kita drei Wochen, dann war erst mal Regen. Das war sehr ärgerlich das hat mich an letztes Jahr erinnert.“
Luci Linder
„Ich bin generell eher ein Mensch, der gerne draußen ist, aber bei Regen oder Dauerregen ist das irgendwie auch blöd. Also da war eher mein Netflix-Serien-Tag.“
Lara Krewalski
„War auch mal entspannt, weil die Wohnung runtergekühlt ist wieder. Wenn man arbeiten musste, war es nicht ganz so frustrierend, aber jetzt ist es schon schöner, wenn man freie Tage hat und das Wetter mitspielt.“
Das freut auch die Freibadbetreiber.
Dominik Tomaszewski, Schwimmmeister Naturerlebnisbad Bingen
„Wir hatten einen super Juni gehabt, der Juli hat leider etwas nachgelassen. Im Vergleich zum letzten Jahr werden wir ähnlich mit den Zahlen rauskommen so etwas über 40.000 Gäste diese Saison, damit sind wir ganz zufrieden.“
Das Mainzer Taubertsbergbad  besuchten im verregneten Juli nur noch rund 21.000 Badegäste, 16.000 weniger als im Juni und auch insgesamt weniger als in den Vorjahren.
Auch Eisverkäuferin Maria Novellino erwartet ein schwächeres Jahr.
Maria Novellino, Eiscafébetreiberin
„Der Juli war totale Katastrophe. Wir hoffen jetzt auf ein paar schöne Tage, aber leider kommen jetzt alle vom Urlaub zurück und da sieht das ganz anders aus. Da ist nicht mehr die große Motivation, Eis zu essen. Aber wenn schönes Wetter ist, ist schon viel besser.“
Das schöne Wetter motiviert hier alle.
Ingrid Woog
„Hier am Rhein. Was wollen Sie mehr? Die Leute kommen hierher. um Urlaub zu machen und wir wohnen hier.“
Monika Macher
„Gebürtig bin ich aus Dresden, wohne aber seit 23 Jahren hier und genieße das hier. Das ist für uns der Urlaub. Viele Pflanzen, schöner Blick, einfach schön hier.“
Kathrin Schmidt
„Heute sind wir nur hier, vielleicht noch in Mainz ein, zwei Wein trinken in der Stadt oder so.“
Thomas Macher
„In Bingen gibt es noch viele Feste, die wir vorhaben, jetzt beginnt am Wochenende das Rochusfest, anschließend das große Weinfest hier, das wollen wir natürlich mitnehmen und wenn es geht bei gutem Wetter ist klar.“
So schmeckt der Sommer – auf den viele hier lange gewartet haben.
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Eva Dieterle:
Eine wirklich schweißtreibende Angelegenheit. Deswegen haben wir uns heute ein schattiges Plätzchen gesucht. Hallo, Herr Jung.
Dominik Jung, Diplom-Meteorologe:
Hallo. Guten Tag.
Dieterle:
Herr Jung, es hat in der letzten Zeit sehr viel geregnet und vor allen Dingen auf Social Media hat man dann eher Bilder gesehen mit ganz viel Regen und einem ironischen Untertitel: “Von wegen Sommer 2025. Ich war dabei.” Wie fällt denn Ihre Sommerbilanz aus bisher?
Jung:
Ja, zeitweise hätte man echt sagen können: “Ich bin davongeschwommen”. Es hat stark geregnet, vor allen Dingen Mitte Juli. Aber der Juni war sehr warm gewesen und deswegen ist die Sommerbilanz momentan in Rheinland-Pfalz und auch in Hessen positiv. Also der Sommer ist momentan deutlich wärmer als üblich. Wir befinden uns im Bereich der zehn wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Trotz des Regens und trotz der zwei bis drei doch sehr nassen und wechselhaften Wochen. Aber auch da war mittendrin zum Teil Wärme mit dabei. 25, 26 Grad. Aber es war zeitweise auch warmer Regen gewesen.
Dieterle:
Jetzt erwartet uns eine Gluthitze – zumindest ist davon die Rede – mit Temperaturen von bis zu 40 Grad. Gibt es die denn tatsächlich? Und wie kommt es jetzt dazu?
Jung:
Also die Hitze hat ihren Ursprung in der Sahara. Es ist Wüstenluft und die ist über Spanien gezogen nach Frankreich. Frankreich hatte aktuell jetzt schon 40 bis 42 Grad. Wir bekommen nicht ganz so hohe Werte, aber 35 bis 38, knapp 39 Grad sind zumindest mal an Rhein, Main und Mosel drin. Also es wird heiß werden und diese Hitze kommt jetzt für zwei bis drei Tage in dieser Art und Weise zu uns. Ist schon sehr extrem. Es gibt ja auch schon aktuelle Wetterwarnungen vom Deutschen Wetterdienst vor extremer Hitze, das ist die höchste Warnstufe Hitze, und die bleibt mindestens mal bis zum Freitag erhalten. Der Zustrom der warmen Luftmassen wird gesteuert von einem Hoch über Mitteleuropa, dem Hoch Julia. Und das bringt zugleich auch richtig viel Sonnenschein. Deswegen die beiden Zutaten Warmluft und Sonnenschein, das macht diesen extremen Hochsommer aktuell.
Dieterle:
Wer abends unterwegs ist, der merkt es schon. Es wird schon langsam wieder früher dunkel. Aber ein bisschen Zeit hat der Sommer noch. Wie wird denn der Endspurt aussehen?
Jung:
Ja, also die gute Nachricht ist: Die Sonne bleibt. Samstag, Sonntag ebenfalls noch sehr sonnig. Auch nächste Woche sonnig. Aber der Wind dreht und dabei wird es quasi unauffällig kühler. Also wir haben jetzt erst mal noch die 37, 38, 39 Grad bis zum Freitag, ab Samstag / Sonntag nur noch 25 bis 32 Grad. Auch noch warm bis heiß, aber angenehmer. Und nächste Woche auch so 25 bis 29 Grad. Viel Sonnenschein. Der hohe Luftdruck bleibt erhalten, aber das Ganze geht geräuschlos vonstatten. Keine schweren Gewitter, vielleicht lokal, mal ein kleines Hitzegewitter, aber insgesamt ein ganz normaler, smoother Wechsel rein in einen Wohlfühlsommer für nächste Woche mit recht viel Sonnenschein und dann doch recht angenehmen Temperaturen. Und wenn wir Glück haben, vielleicht sogar bis Ende August.
Dieterle:
Das sind doch schöne Aussichten. Vielen Dank für die aktuellen Wetterdaten, Dominik Jung.
Jung:
Gerne.