Ausblick auf’s neue Schuljahr in Hessen
Es geht auf das Ende der Sommerferien zu – nächste Woche geht die Schule wieder los. Auf in ein neues Schuljahr heißt es dann. Und das bringt einige Neuerungen und auch Sorgen mit sich. Welche das sind – und wie Lehrergewerkschaft, Eltern und Schüler darauf blicken, das haben wir uns heute in Frankfurt angehört.
Zunächst aber dazu, was aus Sicht der Lehrergewerkschaft GEW leider beim Alten bleibt. Es gibt immer noch zu wenig ausgebildete Lehrkräfte an Hessens Schulen. 10.000 seien es, die fehlten.
Thilo Hartmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen
„Sie werden aufgefangen durch ungefähr 5000 Studierende, die während dem Studium jobben, an Schulen, weitere 5000 Personen, die häufig auch in Teilzeit an Schulen arbeiten ohne in irgendeiner Form von Ausbildung im Bereich der Lehrkräfte zu haben. Das ist ein ganz großes Problem. // Wir brauchen verbesserte Arbeitsbedingungen an den Schulen, damit sich mehr junge Menschen auch für diesen Beruf entscheiden. Denn 40 % der Menschen, die ein Lehramtsstudium aufnehmen, brechen das Studium ab und entscheiden sich für einen anderen Beruf. Und häufig dann, wenn sie sehen, wie es an Schule wirklich aussieht.“
Ein weiteres Problem seien marode Schulgebäude, die einfach nicht saniert werden könnten. Als zusätzliche Einnahmequelle schlägt die GEW deshalb eine Vermögenssteuer vor, die der Bildung zugutekommen soll. Doch das ist derzeit unrealistisch.
Bereits umgesetzt wird ab Montag ein einheitliches Handyverbot an Schulen. Die private Nutzung von Smartphones oder Tablets ist dann weitgehend untersagt. Eine Regelung, die auf gemischte Gefühle bei den Eltern stößt.
Anne Zulauf, Vorsitzende des Landeselternbeirat Hessen
„Das, was Eltern beschäftigt, ist natürlich die Frage des RMV-Tickets. Was ist, wenn mein Handy, das man kennt, das Handy abgeben musste, weil es irgendwie draufgeguckt hat und das Ticket ist drauf? Nein. Die Handys gehen am Ende des Schultages oder am Ende der Unterrichtszeit wieder zurück an die Schülerinnen und Schüler, sodass sie natürlich auch ganz normal nach Hause fahren können.“
Die Schülerschaft sieht das Handyverbot zwar kritisch, es sei aber kein entscheidender Punkt. Der Landesschulsprecher setzt vielmehr die mentale Gesundheit der Schüler an vorderste Stelle.
Laurenz Spies, Landesschulsprecher Hessen
„Wir sehen aktuell, dass zirka 20 % aller Schülerinnen in Deutschland mentale Probleme haben. Wenn man das auf Hessen umrechnet, sind das circa 160.000 Schüler. Das sind enorm viele und ein Risikofaktor für die mentale Gesundheit von Schülerinnen ist eben auch die Schule. Wir sprechen davon zu viel Leistungsdruck, zu viel Stress. Und das ist etwas, das wir angehen müssen. Das müssen wir ernst nehmen. Und da muss die Politik handeln.“


