Feuerwehrmann wird durch Stammzellenspende zum Lebensretter
Mund auf – Stäbchen rein – Spender sein. Diesen Aufruf zur Registrierung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei kennen wohl viele. Rund 7,8 Millionen Menschen sind in Deutschland bei der DKMS als potentielle Stammzellen-Spender registriert. Sie können im Ernstfall Leben retten. Einer von ihnen ist Jonas Eberhard aus Ingelheim. Als der Anruf kommt, ist für den jungen Feuerwehrmann klar: Er will helfen – auch wenn die Umstände nicht schwieriger sein könnten.
Probe für den Ernstfall. Jonas Eberhard und seine Kameraden trainieren für einen möglichen Einsatz mit Giftstoffen in Schutzanzügen. Vor einigen Wochen wäre eine solche körperliche Anstrengung noch unmöglich gewesen.
Der Anruf der DKMS kommt für Jonas überraschend.
Jonas Eberhard, Stammzellenspender
„Man ist neun Jahre registriert und rechnet quasi nicht mehr damit und auf einmal klingelt das Telefon. Dieses Jahr relativ ungünstiger Zeitpunkt, aber wir haben das Beste draus gemacht.“
Denn Jonas steckt mitten in einer Grundausbildung für Berufsfeuerwehrmänner. Der fünfmonatige Lehrgang ist eng getaktet, mit vielen Prüfungen belastet und körperlich sehr herausfordernd. Trotzdem ist für den 28-jährigen schnell klar: Eine Absage ist keine Option.
Die Feuerwehr Ingelheim als Arbeitgeber und die Feuerwehr Mainz als Ausbildungsstelle stecken die Köpfe zusammen. Leben retten hat schließlich Vorrang.
Michael Ehresmann, Berufsfeuerwehr Mainz
„Wir haben zusammen geschaut, wie können wir das umsetzen? Wie kriegen wir es zusammen irgendwie hin, dass Jonas spenden kann und, dass nicht so viel Zeit verloren geht, weil auch der Spendenemfänger natürlich schnellstmöglich diese Spende empfangen soll. Das macht ja auch Feuerwehr aus, wir finden die Lösung und wir haben sie gefunden.“
Dank der engen Zusammenarbeit beider Feuerwachen, kann Jonas sowohl für die Voruntersuchung, als auch für die Stammzellenentnahme freigestellt werden. Auch für die Erholungszeit nach der Spende gibt es einen Plan B. Statt körperlicher Übungen heißt es für ihn dann Theorie.
Jonas Eberhard, Lebensretter
„Für mich war es klar, dass ich das durchziehe, wenn man sich verpflichtet Leben zu retten bei der Feuerwehr, dann muss man das natürlich auch im Privaten tun. Dementsprechend kann ich nur jedem empfehlen. Registriert euch, macht mit.“


