Drogenspürhunde am Flughafen

Mit dem besten Freund jeden Tag zusammen auf die Arbeit gehen – was sich viele Hundebesitzer wohl wünschen würden, ist für die Zöllner und ihre Hunde am Frankfurter Flughafen Realität. Sie sorgen dafür, dass dort nichts geschmuggelt wird. Allein im vergangenen Jahr wurden an Deutschlands größtem Airport Drogen im Wert von 208 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. – Der nächste Teil unserer Sommerserie über die vielen verschiedenen Berufe am Frankfurter Flughafen.

Anna Schmidt, Hundeführerin
„Das Besondere für mich ist natürlich der Donut. Weil der einfach der beste Kollege ist, den man sich wirklich wünschen kann. Und die Arbeit, die man in ihn reinsteckt, kriegt man hundertfach zurück. Und dieses Gefühl, wenn er dann mal was findet, ist einfach toll.“
Huch, wo geht sie denn ohne mich hin? Zollhund Donut hat sein Frauchen Anna Schmidt – wir haben ihren Namen geändert – immer fest im Blick. Und die sagt: Diese Koffer von einer Maschine aus Rio de Janeiro muss der Deutsche Schäferhund jetzt beschnuppern. Er  ist auf Rauschgift spezialisiert, kann also Drogen wie Kokain, Heroin oder Crystal Meth mit seiner Nase erkennen. Zehn Prozent eines Hundehirns sind für den Geruchssinn zuständig.
Anna Schmidt, Hundeführerin
„Und dann ist das denen möglich, dass die in der Luft unterscheiden können oder sagen können, nach dem Geruch suche ich jetzt. Das können wir Menschen ja nicht. Wir nehmen alle Gerüche war, aber können das nicht einzeln sondieren. Das ist wie wenn man in einer Parfümerie wäre und sagt, den und den Duft suche ich und den würde man dann auch finden. Wenn wir in einer Parfümerie sind, riechen wir wahrscheinlich alles, aber finden unseren Duft nur mit der Verkäuferin.“
Die Zollbeamten entscheiden selbst, von welchen Flügen sie Koffer untersuchen. Heute findet Donut nichts Verdächtiges. Manchmal verstecken die Beamten aber eine Attrappe, damit die  Hunde ein Erfolgserlebnis haben.
Anna Schmidt, Hundeführerin
„Unsere Hunde sind passiv eingestellt. Das heißt, sie frieren ein an der Fundstelle. Er macht das jetzt, wenn es unten liegt, dass er sich hinlegt, wird dann ganz steif und wartet dann bis er bestätigt wird.“
Und dann ist die Freude umso größer.
„Jawoll, toll. Das hast du gut gemacht. Klasse!“
28 Zollhunde sind am Frankfurter Flughafen im Einsatz. Der Großteil ist wie Donut ausgebildet, Rauschmittel zu finden. Andere erschnüffeln Bargeld oder andere Tiere und Leder von Tieren, die unter Artenschutz stehen. Der Zoll bekommt die Vierbeiner aus Tierheimen, Züchtern oder Familien. Donut war neun Monate alt, als er und Schmidt sich kennenlernen.
Anna Schmidt, Hundeführerin
„Ich war super aufgeregt. Und dann habe ich ihn gesehen und wollte ihn sofort mitnehmen.“
Gemeinsam mit einem Trainer hat Anna Schmidt ihren Donut ausgebildet. Doch nicht jeder Hund ist für die Arbeit beim Zoll geeignet. Wichtig ist, dass die Vierbeiner einen ausgeprägten Beuteinstinkt haben. Denn nur so haben sie Lust, wieder und wieder Koffer oder Frachträume unter die Lupe zu nehmen.
Anna Schmidt, Hundeführerin
„Das ist schon super anstrengend. Es kommt natürlich auch drauf an, wie die gesundheitliche Verfassung ist. Wie die Tagesform ist, wie beim Menschen auch. Aber man kann sagen, zwanzig Minuten Sucharbeit ist ungefähr wie ein Marathon. Die atmen auch bei der intensiven Schnüffelatmung bis zu 300 Mal die Minute ein und aus.“
Und deswegen achtet Anna Schmidt streng darauf, dass Donut seine Pausen bekommt und sich im Feierabend ausruht. Denn nach Schichtende gehen die Vierbeiner mit ihren Zöllnern nach Hause. Und sind somit nicht nur Kollegen, sondern irgendwie auch Familie.