Nürburgring-Achterbahn wird abgebaut

Sie sollte die schnellste Achterbahn der Welt werden und viele Besucher an den Nürburgring locken. Doch aus dem Ring-Racer wurde keine Erfolgsgeschichte: Rund zehn Millionen Euro Steuergelder wurden hier verschwendet, damit die Achterbahn nur vier Tage lang fährt. Jetzt wird der Ring-Racer teilweise abgebaut.

 

Aufnahmen aus 2013: Die Achterbahn am Nürburgring geht an den Start. Endlich, denn nach dem Bau stand der Ring-Racer erstmal still. Vier Jahre lang.
Erst haben technische Mängel Probleme gemacht, dann hat ein Evakuierungskonzept gefehlt.
Als es dann doch endlich losgeht, sind die Erwartungen groß:
Jens Lieser, Insolvenzverwalter Nürburgring (2013) 
„Das ist ein Befreiungsschlag für die ganze Mannschaft hier am Nürburgring. Sie können sich das nicht vorstellen, die haben vier Jahre auf diesen Tag hingefiebert. Das ist für manche Mitarbeiter wichtiger als die Formel-1, dass jetzt der Racer fährt.“
Die Freude hält nicht lange: Genauer gesagt nur vier Tage. So kurz ist die Achterbahn im Betrieb, weil der Nürburgring Insolvenz anmeldet.
Seitdem fährt die Achterbahn gar nicht mehr. Und jetzt zwölf Jahre später ist es ganz vorbei. Der Ring-Racer wird teilweise abgebaut – 300 Meter der Strecke müssen weichen.
Damals sollte die Attraktion ein Besuchermagnet werden.
Doch der Versuch aus dem Nürburgring einen Freizeitpark zu machen ist gescheitert.
Alexander Gerhard, Nürburgring 1927 GmbH 
„Natürlich war das damals ein Aushängeschild und natürlich wollte man mit dem Ringracer ein einmaliges Erlebnis schaffen. Es hat aber aus mehreren Gründen nicht geklappt. Das weiß man heute und die Realität war dann halt eine andere als die Planung und die Hoffnung. Von daher war ja die Vorfreude nichts Falsches aber es war halt offensichtlich nicht gut durchgerechnet und nicht gut gemacht.“
Die Achterbahn hat zehn Millionen Euro Steuergelder verschluckt. Der Bau der ganzen Erlebniswelt – zum Beispiel des Museums – weitaus mehr. Aus Sicht des „Bundes der Steuerzahler“ ein immenser Schaden für den öffentlichen Geldbeutel.
René Quante, Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz e.V.
„Die Erlebniswelt am Nürburgring war eigentlich die größte Steuergeldverschwendung in Rheinland-Pfalz, die wir bis dahin und selbst bis heute erlebt haben. Insgesamt ging es um 330 Millionen Euro, die man letztendlich verpulvert hat. Der Gesamtschaden am Nürburgring betrug sogar fast eine halbe Milliarde Euro. Und insofern war das einfach nur gigantisch.“
Der Looping – für manche ein Wahrzeichen des Nürburgrings – wird bleiben. Bis Ende August soll nur dieser Teil der Strecke abgerissen werden. Dann soll es hier ein neues Technologie- und Entwicklungszentrum geben. Das allerdings nicht mehr durch Steuergelder finanziert.