Neues Projekt für die Integration geflüchteter Frauen
Neu in Deutschland ankommen, die Sprache lernen, Formulare ausfüllen, mit der Bürokratie klarkommen. Für Menschen, die hier herkommen – besonders aus Krisengebieten – ist das eine Herausforderung. Wenn geflüchtete Frauen dann noch die Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen, gelingt ihnen der Sprung in die Arbeitswelt wesentlich seltener als Männern. Ein Modellprojekt im Rheingau-Taunus-Kreis versucht das nun zu ändern.
INTKA heißt das Modellprojekt und steht für: Integration durch Karriere für Geflüchtete Frauen und Migrantinnen. INTKA soll den Weg zum ersten Termin im Jobcenter erleichtern.
Heike Hofmann (CDU), Sozialministerin Hessen
„Geflüchtete Frauen kommen oft traumatisiert mit persönlichen Schicksalsschlägen in unser Land, sie kennen unser Land nicht, sie sprechen die Sprache oft nicht und sie kennen unseren Staat unser System nicht. Sie müssen an die Hand genommen werden.“
Und sie kennen die ein oder andere Eigenheit beim Jobcenter nicht. Hier soll den Frauen individuell geholfen werden – von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der AWO.
Ildikó Szelecz, Projektleiterin Arbeiterwohlfahrt
„Wir haben so paar grundsätzliche Themen. Ein Thema ist so eine Vorbereitung auf den Besuch beim Jobcenter. Dass man vorab mal ein bisschen Terminologie klärt, mal ein bisschen sagt, welche Fragen kann ich stellen als Klientin, welche Fragen werden mir gestellt, habe ich meine Mappe ´bereit? Habe ich meinen Lebenslauf einstecken? Habe ich das schon?“
Damit es dann klappt – und ein passender Job vermittelt wird – gibt es aber teils weitaus größere Hürden: Oft werden geflüchteten Frauen ihre Qualifikationen nicht anerkannt. Dann können sie nicht in ihrem eigentlichen Beruf arbeiten.
Heike Hofmann (CDU), Sozialministerin Hessen
„Wir sind dran, dass ausländische Abschlüsse schneller anerkannt werden, wo Bund, Länder gemeinsam im Gespräch sind. Wir haben zu viele anerkennende Stellen, zu viel Hürden, um Menschen mit ihren Berufen schneller anerkannt werden und da sind wir gemeinsam dran.“
Das Land Hessen fördert das Arbeitsintegrationsprojekt für geflüchtete Frauen mit rund 21.000 Euro. Mindestens drei Jahre lang soll es laufen und bis dahin etwa 80 Frauen den Einstieg in ihr Berufsleben im Rheingau-Taunus-Kreis ermöglicht haben.


