Ein Jahr mobile Arztpraxis in der Eifel

Sie kennen es wahrscheinlich aus eigener Erfahrung – wenn man zum Arzt muss, sitzt man manchmal stundenlang im Wartezimmer. Vor allem in ländlichen Regionen fehlt es an Ärzten. Geht ein Hausarzt in Rente, findet sich oft nicht direkt ein Nachfolger und die Patienten wissen dann nicht, wo hin. Um diese Zeit zu überbrücken, gibt es in Rheinland-Pfalz die mobile Arztpraxis.

Werner Rosmüller aus Plaidt hat das Arztmobil quasi das Leben gerettet. Mehrere Wochen lang bekommt er kaum Luft, nimmt die Symptome aber nicht ernst. Schließlich entscheidet er sich doch, die mobile Arztpraxis aufzusuchen. Dort wird er sofort ins Krankenhaus geschickt.
Werner Rosmüller: „war Not am Mann, dass ich jetzt hier diesen Arzt in Anspruch genommen habe, weil kein Arzt mehr da war und es war Matthäus am Letzten, also ich war kurz vorm Schlaganfall.“
Er liegt 14 Tage im Krankenhaus. Heute müssen nochmal einige Blutwerte gecheckt werden. Alles, was in einer normalen Hausarztpraxis geht, geht auch hier.
Peter Bunders, Arzt in der mobilen Arztpraxis: „Notfälle können wir versorgen, wir können EKGs machen, wir machen auch OP-Vorbereitung, die Leute müssen kommen, wenn sie eine KataraktOP, eine grauen Star-OP haben, wir machen die Labore, wir haben hier auch feste Laborfahrer.“
Die mobilen Arztpraxen werden von der Kassenärztlichen Vereinigung, kurz KV, bereitgestellt und vom Land finanziell unterstützt. Zurzeit gibt es zwei Mobile, die neben Plaidt noch drei weitere Standorte in Rheinland-Pfalz anfahren. Für die Patienten in der Region eine große Erleichterung.
Sylvia Rakisch: „Die Hausärzte nehmen keine neuen Patienten mehr an, meine Arztpraxis hat geschlossen, die Ärztin hat aufgehört und dann sucht man sich einen neuen Hausarzt. Und das ist sehr prekär hier. Und die mobile Arztpraxis wird super angenommen.“
Sie ist als Übergangslösung gedacht und bleibt zunächst drei Monate an einem Standort. In Plaidt wurde bereits einmal verlängert. Der Ärztemangel in manchen Regionen hat unter anderem einen politischen Grund, sagt die KV.
Andreas Bartels, Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz: „Wir haben leider, und das bemängeln wir auch, eine sogenannte Bedarfsplanung, die eingeführt worden ist in der Phase, als es zu viele Ärzte gab. Und diese Bedarfsplanung hindert uns zum Teil, weil das sehr sehr aufwändig oder ein sehr großer Prozess ist, zum Beispiel einen Arztsitz von jetzt auf gleich kurzfristig zu besetzen.“
Das zu ändern liegt in Verantwortung des Bundesgesundheitsministeriums. Finanziell rechnen tut sich die mobile Arztpraxis nicht.
Andreas Bartels, Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz: „Es ist so, dass Sie in einer normalen Arztpraxis wesentlich mehr Patienten behandeln können, unterschiedliche Patienten auch behandeln können und dass wir lange Wege überbrücken müssen und diese Wege zählen natürlich zur Arbeitszeit des dort tätigen Arztes.“
Aus Patientensicht sei sie aber ein Erfolgsprojekt. Die Kassenärztliche Vereinigung will weiter am Konzept festhalten.