Sommerwerft-Festival in Frankfurt

Der Sommer kommt zurück. Beste Voraussetzungen, um das OpenAir-Festival „Sommerwerft“ zu besuchen. Mit jährlich gut über 100.000 Besuchern ist es das größte deutsche Festival für Theater im öffentlichen Raum, das auch Poesie, Tanz und Musik eine Bühne bietet.

 

Beim Auftritt von Gastone platzt das Zelt gestern Abend aus allen Nähten, alle schwingen das Tanzbein. Als „Spaghetti-Polka“ bezeichnet die Frankfurter Band ihre Musik, die hier eine große Fangemeinde hat. Die Sommerwerft, ein Heimspiel – seit vielen Jahren kommt die Band immer wieder gerne hierher.
Giuseppe Porrello, Sänger und Gitarrist „Gastone“, 
Das ist einzigartig in Frankfurt. Ich kenn das von nirgends wo her, das ist ein einzigartiger Platz. In diesem Beduinenzelt zu spielen ist eine wundervolle Ehre, ein tolles Erlebnis. Und das, glaub ich, macht das aus.
Auf der Wiese nebenan wird dem Publikum Tanz geboten. „Faking It“, eine rhythmusgetriebene Produktion, die sich spielerisch zwischen Erdverbundenheit und künstlicher Überzeichnung bewegt. Buntes Treiben und ausgelassene Stimmung, am Fuße der Europäischen Zentralbank. Hier an der Weseler Werft, direkt am Mainufer im Frankfurter Ostend, lässt es sich zwischendurch wunderbar entspannen.
Cornelia
Dieses ganze Ambiente ist toll. Dann kommt die Musik noch dazu und man trifft Leute, die man sonst nicht sieht. Und hat immer einen schönen Schnack.
Barbara
Kann was trinken, sich treiben lassen, sitzt am Wasser. Und einfach die Sonne genießen, oder den Sonnenuntergang vielmehr.
Alex
Die Sommerwerft ist einfach mal total anders als Frankfurt sonst. Die ist ungezwungen, die ist mit total coolen Leuten. Und das Kulturprogramm ist total abwechslungsreich. Macht richtig Spaß.
„Zusammen wachsen“ lautet das Motto der 24. Sommerwerft, die im Kern schon immer solidarisch ist. Trotz schwieriger Finanzierung bleibt das breite Kulturprogramm für alle kostenfrei. Wer will, darf spenden. Mit Optimismus wollen die Festivalmacher in diesem Jahr den multiplen globalen Krisen begegnen.
Bernhard Bub, Künstlerischer Leiter „Sommerwerft“
Darstellende Kunst, Musik, diese Formate, die man hier zu sehen bekommt, die ermöglichen ein Zusammenwachsen. Das ist das, was wir in unserer Gesellschaft brauchen. […] Also, hier sehe ich sehr viel Begegnung. Hier sitzt der Banker neben dem Penner und die Oma neben dem Punker, sag ich mal so.
Höhepunkt an diesem Abend: Das internationale Kollektiv „antagon theaterAKTion“ aus Frankfurt mit seiner visuell spektakulären Inszenierung „Diaspora“, die von Exil und Vertreibung aus Sicht der Betroffenen erzählt. Die Sommerwerft geht noch bis Sonntag, dann enden 17 Tage voller Theater, Tanz und Musik.