Immer mehr Hautkrebserkrankungen

Auch wenn das Wetter gerade eher trüb ist, haben wir diesen Sommer schon Rekordtemperaturen und viele, viele Sonnenstunden erlebt. Umso wichtiger ist es an solchen Tagen, an Sonnenschutz zu denken. Denn Sonnenstrahlen schädigen die Haut. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Hautkrebsbehandlungen in deutschen Krankenhäusern fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die an Hautkrebs gestorben sind, ist um 60 Prozent gestiegen. Wir haben jetzt die Geschichte eines Mannes für Sie, der seit zwei Jahren schwer erkrankt ist.

Johann Götz liebt es, in der Natur zu sein. Im heimischen Garten hegt und pflegt er Blumen und Obstbäume. Nach einem langen Tag im Grünen fällt ihm eines Tages ein roter Fleck an der Wade auf. Ein Insektenstich, denkt er.
Johann Götz, leidet an Hautkrebs: Hat man ja öfters, wenn man im Garten schafft oder im Freien. Und dann hat die Hausärztin gesagt, wir machen erst einmal eine Creme drauf. Das hat dann gedauert eine Zeit lang. Dann war ich das zweite Mal dort, das hat auch nichts gebracht und dann hat sie mich überwiesen zum Hautarzt.“
Der schickt Johann Götz ins Klinikum Ludwigshafen. Hier wird der 79-Jährige gründlich untersucht. Die Diagnose: weißer Hautkrebs an der Wade und weiteren Stellen und schwarzer Hautkrebs am Ohr.
Johann Götz, leidet an Hautkrebs: Die Diagnose dann 2023, im August 2023, dass es schlimm ist, das war dann für zwei Monate…kein Schlaf. Also schlechter Schlaf. Das war nicht so einfach. Die erste Frage war, wie lange noch. Ein Monat, zwei Monate, drei Monate.
Hautkrebs kann ganz unterschiedlich aussehen. Er zeigt sich zum Beispiel als glänzender Knoten, als rötliche Unebenheit oder als nicht heilende Wunde. Weißer Hautkrebs kann oft vollständig operativ entfernt werden. Schwarzer Hautkrebs ist deutlich seltener, aber gefährlicher, erklärt Hautärztin Evelyn Dabrowski.
Dr. Evelyn Dabrowski, Oberärztin Hautklinik: „Da ist es so, auch wenn der vollständig entfernt ist, bleibt quasi lebenslang das Risiko, dass er sich im Körper weiter ausbreiten kann. Das Risiko ist in den ersten ein bis drei Jahren besonders hoch, aber theoretisch kann auch nach zehn Jahren ein schwarzer Hautkrebs, der vollständig entfernt ist, noch Metastasen bilden im Körper.“
Johann Götz hat Metastasen auf der Lunge. Heilen lässt sich sein Krebs nicht mehr. Aber den Ärzten gelingt es, die weitere Ausbreitung der Krebszellen zu verlangsamen. Mittels einer Immuntherapie, die er alle sechs Wochen erhält.
Dr. Evelyn Dabrowski, Oberärztin Hautklinik: Diese Immuntherapien, die aktivieren das Immunsystem, dass das Immunsystem seiner normalen Aufgabe nachgehen kann, diese Krebszellen zu zerstören. Also die Therapie zerstört nicht die Krebszellen, sondern das eigene Immunsystem wird aktiviert und zerstört die Krebszellen.“
Johann Götz verträgt die Therapie gut. Auch sonst hat er keine Schmerzen. Er muss langsam machen und fühlt sich schnell erschöpft, sagt er. Wie schwer krank er ist, für ihn an vielen Tagen unbegreiflich.
Johann Götz, leidet an Hautkrebs: Ich hab nie gedacht, dass ich so etwas hab. Ich muss aber dazu sagen, als kleines Kind und als Jugendlicher, war ich den ganzen Tag draußen in der Sonne und die Frau Doktor hat gesagt, die Haut vergisst keinen Sonnenstrahl. Und wahrscheinlich sind das die Nebenwirkungen von früher.“
Tatsächlich gibt es keine gesunde Bräune, sagt Evelyn Dabrowski. Sonnenstrahlen – egal in welcher Dosis – lassen die Haut schneller altern und erhöhen das Hautkrebsrisiko. Besonders gefährlich sind schwere Sonnenbrände in früher Kindheit.
Der beste Schutz: Schatten und lange Kleidung. Das beherzigt auch Johann Götz. An heißen, sonnigen Tagen geht er nur vor die Tür, wenn es unbedingt sein muss.
Er will der Krankheit aber auch nicht zu viel Raum zu geben.
Johann Götz, leidet an Hautkrebs: Ich muss damit leben. Aber wenn ich morgens aufstehe, hab ich ja gesagt, guck im beim Fenster raus, hab keine Schmerzen, und der Garten blüht. Ich hab letztes Jahr einen kleinen Tannenbaum gekauft, der wächst wunderschön, hat getrieben. Da kann man nur zugucken wie der wächst und froh sein.“
Sich an kleinen Dingen erfreuen, das ist Johann Götz nun wichtiger denn je.