Frankfurter Architekturmuseum wieder geöffnet

Es ist wirklich passend, dass das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt gerade eine Sonderausstellung zum Thema Bauen in Zeiten des Klimawandels zeigt. Denn, auch aufgrund der immer heißer werdenden Sommer musste das Gebäude des Museums selbst grundsaniert werden. Das hat fast doppelt so lange gedauert, wie geplant. Jetzt hat das Museum seine Pforten wieder geöffnet.

 

Eine Gründerzeitvilla. 1912 erbaut. Sie steht am Museumsufer in Frankfurt-Sachsenhausen. Ein denkmalgeschütztes Gebäude. Fast vier Jahre hat die Sanierung des Deutschen Architekturmuseums gedauert. Von außen ist schwer zu erkennen, was hier alles neu ist. Vor allem ist es die Klimatechnik. Rund 300 Quadratmeter Glasfläche sorgten für unangenehme Hitze im Sommer und Kälte im Winter. Jetzt enthalten die Glasdächer spezielle Prismen, die das Haus im Sommer vor UV-Strahlung schützen. Im Winter wird die Sonne dagegen durchgelassen. Das Museum war viel länger geschlossen, als geplant.
 Peter Cachola Schmal, Direktor Architekturmuseum Frankfurt
Weil es zurzeit viele Probleme auf Baustellen gibt und das seit einiger Zeit. Es fing mit Corona an, dann kamen Firmenpleiten hinzu, dann Lieferprobleme mit Materialien und schließlich haben wir neue Sachen eingebaut im Haus, die so neu waren, dass die erste Produktionscharge nicht gelungen ist und das ganze ein Jahr länger dauerte.
Nicht neu, aber auch frisch renoviert, ist das „Haus im Haus“ im Inneren des Museums. Es wurde 1984 fertiggestellt und steht genau wie die Außenfassade unter Denkmalschutz. Das moderne Haus zieht sich über drei Stockwerke. Ganz neu gestaltet sind auch die verschiedenen Sonder-Ausstellungen, bei denen es auch um innovatives, zukunftsorientiertes Bauen geht.
Andrea Jürges, stellv. Direktorin Architekturmuseum Frankfurt
Insgesamt sind im Moment drei Stockwerke mit Ausstellungen bestückt. Das heißt, wir haben so 10 bis 15 Ausstellungen pro Jahr. Und wir stehen hier jetzt in der Ausstellung „Stadtbauen heute“, in der wir gucken, wie man eigentlich heute erfolgreich Stadtquartiere neu bauen kann, was ja vor 100 Jahren Ernst May in sehr kurzer Zeit hinbekommen hat.
Das „Neue Frankfurt“, innovative Frankfurter Siedlungen, sind 1925 erstanden. Schon damals sollte auch ein Architekturmuseum gebaut werden, realisiert wurde es aber erst 60 Jahre später. Die jetzt abgeschlossene Grundsanierung hat zwar lange gedauert, teurer geworden ist sie aber nicht.
Peter Cachola Schmal, Direktor Architekturmuseum Frankfurt
Nee, es ist nicht teurer geworden, weil dann schließlich der Einbruch der Baukonjunktur erfolgte. Und die Firmen wieder billiger wurden, um die Aufträge zu kriegen.
12,9 Millionen Euro Gesamtkosten. Nächsten Monat soll dann auch die neue Dauerausstellung wieder eröffnet werden. Dann dürfen sich alle Besucher freuen – über ein komplett saniertes Deutsches Architekturmuseum.