Ausbau des Grundwasser-Messnetzes

Wir blicken nach Hessen, wo derzeit das Netz zur Grundwasserüberwachung ausgebaut wird. Dabei geht es vor allem darum, die Nitrat-Belastung im Blick zu behalten. Denn gerade gelangt zu viel Nitrat in den Boden und somit letztlich auch in unser Trinkwasser – vor allem in Form von Düngemitteln aus der Landwirtschaft.

Ortstermin im strömenden Regen: Auf diesem Acker bei Hattersheim bohren Bauarbeiter im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums ein rund 30 Meter tiefes Loch. Bis runter zur grundwasserführenden Schicht,  an der ein neuer Messpunkt für die Nitratbelastung installiert wird. Der Ausbau der Messnetzes soll laut Hessens Umweltminister Ingmar Jung nicht nur den Grundwasserschutz verbessern, sondern auch für mehr Gerechtigkeit unter den Landwirten sorgen.
Ingmar Jung, CDU, Umweltminister Hessen: „Nach der Nitrat-Richtlinie und der Düngeverordnung müssen wir beobachten, wo wir besondere Nitrat-Belastung haben im Grundwasser in Hessen. Das hat dann möglicherweise Auswirkungen auf die Möglichkeit, wie die Düngeleistungen erbracht werden können. Und es werden so genannte rote Gebiete ausgewiesen. Im Moment ist es so, dass wir begonnen haben mit 120 Messstellen. Das ist für ein großes Gebiet wie Hessen relativ wenig. Wir wollen eben genauer, verursachergerechter und auch gebietsschärfer am Ende beurteilen können: Wo ist die Nitrat-Belastung so groß, dass wir Einschränkungen vornehmen können?“ 
Je dichter das Messnetz, desto seltener also die Notwendigkeit von großflächigen Nitrat-Verboten in der Landwirtschaft. Nach Auskunft des hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie gelten vor allem Abbauprodukte von Nitrat als gesundheitsschädlich und sogar als krebserregend.
Thomas Schmid, Präsident Hessisches Umweltamt: „Nitrat verändert sich, wenn man es warm macht. Wir haben ein ganz großes Problem – da entstehen Hydrosamine. Das ist vor allem für Kleinkinder, Säuglinge ein großes Problem. Deswegen gibt es da einen Trinkwasser-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.“ 
Bislang besteht das hessische Grundwasser-Messnetz aus rund 4200 Messstellen. Alleine in diesem Jahr sollen noch einmal 39 dazu kommen – so wie auf dem Acker bei Hattersheim. Kostenpunkt pro Messstelle: Rund 100.000 Euro.