Schlechtes Wetter macht Probleme bei der Getreideernte

Diesen Sommer haben wir uns wohl anders vorgestellt. Nicht nur was Freizeitaktivitäten betrifft, müssen wir uns derzeit mit dem durchwachsenen Wetter arrangieren, auch unseren Landwirten macht der viele Regen gerade einen Strich durch die Rechnung. Denn solange es feucht ist, können sie kein Getreide ernten. Und so stehen die Erntemaschinen momentan auch rund um Mainz still.

Auch heute morgen kam wieder was runter, gute 6 Liter pro Quadratmeter rund um Mainz. Weil es zu feucht ist, kann auch Landwirt Willi Enders derzeit kein Getreide ernten und wartet wie viele andere Kollegen sehnsüchtig auf mehr Sonne.
Willi Enders, Landwirt
„Ich hab’s ganze Handy voll mit Wetter Apps. Also im Moment bevor der erste Kaffee in der Hand ist, gucke ich mir schon an, wie die Regenwolken ziehen, wie viel es nachts geregnet hat und wie die Vorhersage für die nächsten 5,6,7 Tage ist. Und klar genervt, also man hat dann alles im Betrieb gemacht, da war die letzte Ecke gekehrt und der Traktor sauber gemacht, den Mähdrescher noch mal durchgegangen, die Erntehänger noch mal sauber abgekehrt und mit dem Landhändler telefoniert, wie es denn so aussieht, da war jetzt wirklich alles gemacht und da fiebern wir eben drauf hin.“
Ein deutliches Zeichen, dass der Weizen eigentlich längst reif ist und runter müsste, ist der „Schwärzepilz“ – zu erkennen an den dunklen Ähren.
Ein Wettlauf gegen Zeit und Feuchtigkeit.
Im Schlimmsten Fall ist die Qualität der Körner zu schlecht zum Brötchenbacken.
Willi Enders, Landwirt
„Der Landhändler, wenn ich das anliefere analysiert das genau, der kann dann entscheiden, ob die Qualität noch zum Brötchenbacken verwertbar ist oder ob’s dann direkt Viehfutter ist. Das ist dann natürlich mit einem erheblichen Preisabschlag verbunden. Und wenn‘s extrem aufgekeimt ist, muss man sich echt überlegen, ob man es überhaupt noch erntet, weil dann auch die Fähigkeit es zum Füttern zu verwenden verloren geht. Dann kann man es nur noch in die Biogasanlage liefern, da hat man vielleicht noch die Transportkosten raus aber um mehr geht es dann nicht mehr.“
Willi Enders hat Glück und das meiste Getreide bereits abgeerntet, Andere Kollegen, welche noch 80 Prozent auf den Feldern stehen hätten, täten ihm lleid.
In der Region um Mainz als sogenanntes Frühdruschgebiet ist rund zwei Drittel der Getreideernte erledigt, vor allem in den kühleren nördlichen Mittelgebirgen hängt man dagegen noch deutlich hinterher.
Ganz anders als beim Weizen tut Mais und Zuckerrüben jetzt jeder Tropfen gut. Doch viel schlimmer als das vergangene Regenwetter für manche Pflanzen seien ohnehin Dürreperioden, wie vor zwei Jahren.
Willi Enders, Landwirt
„Ich glaub die Dürre ist schlimmer, das können wir gar nicht verkniesen, da setzt sich noch nicht mal das Stroh um, dass wir auf den Äckern dann bearbeiten sollen also da riskier ich lieber mal zwei Wochen Regenperiode für den Weizen dann.“
Für morgen rechnet der Landwirt nochmal mit Regen, die restliche Woche soll trocken bleiben. Er hofft vom grauen Himmel insgesamt mit einem blauen Auge davonzukommen.