Katzenwels hat Trockenlegung überlebt

Sie werden zunehmend zum Problem: Invasive Arten, also Tiere aus anderen Teilen der Welt, die bei uns keine Fressfeinde haben und heimische Arten verdrängen. Im mittelhessischen Herborn-Uckersdorf bemühten sich im letzten Jahr Artenschützer und das Technische Hilfswerk drei Tage lang den Steinbruchsee vom invasiven amerikanischen Katzenwels zu befreien. Doch trotz wenig Sauerstoff und Frost – er hat überlebt.

Mission gescheitert. Der amerikanische Katzenwels lebt weiter im mittelhessischen Steinbruchsee – und bringt das ökologische Gleichgewicht aus der Bahn. Im letzten November wurde das komplette Gewässer leergepumpt, um den Fisch zu beseitigen. Jetzt ist klar: Die Anstrengungen waren umsonst.
Marc Sonnleitner, Obere Fischereibehörde RP Gießen: „Wir haben wirklich alles getan um hier konsequent eine Maßnahme umzusetzen und, dass es jetzt nicht funktioniert hat. Ja da ist die Natur oder der Katzenwels stärker gewesen als wir. 
Der Raubfisch ist ein absoluter Überlebenskünstler. Vermutlich hat er sich im Schlamm vergraben.
Marc Sonnleitner, Obere Fischereibehörde RP Gießen: „Wir sind letzten Endes an technische Grenzen gestoßen, dass wir den Wasserstand nicht noch weiter absenken konnten. Und das Problem ist hier hinter mir in dem Bereich drückt sich Grundwasser nach oben und deswegen ist da irgendwo im Schlamm noch ein bisschen Wasser, ein bisschen Sauerstoff dringeblieben, wo der Wels dann überdauert hat. Selbst bei niedrigsten Temperaturen.“ 
Da die Art sich schnell fortpflanzt und keine natürlichen Fressfeinde hat, wird sie schnell zum Problem für heimische Tier- und Pflanzenarten.  Wie zum Beispiel für den geschützten Edelkrebs, der vor dem Abpumpen extra umgesiedelt wurde.
Die Aktion wiederholen wollen die Verantwortlichen nicht. Jetzt heißt es – Schadensbegrenzung. Sollte es nämlich zu einer Überschwemmung des Sees kommen, könnte der Fisch über einen nahegelegenen Bachlauf abwandern und sich sogar in der Lahn ansiedeln.
Marc Sonnleitner, Obere Fischereibehörde RP Gießen: „Jetzt geht’s darum die Erkenntnisse umzumünzen im weiteren Management der Art und die Verbreitung zu unterbinden. Deswegen wollen wir dort Fischwandersperren errichten, ganz engmaschige Gitter, das der Wels dort nicht abwandern kann.“ 
Klar ist damit aber auch. Der heimische Edelkrebs wird nicht in den Steinbruchsee zurückkehren.