Wildlife Management am Flughafen Frankfurt

Normalerweise sorgen die Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen dafür, dass sich jeder wohlfühlt. Bei Jürgen Ebert ist das anders. Er macht den Flughafen besonders unattraktiv – allerdings nicht für Passagiere, sondern für bestimmte Tiere, die am Flughafen nichts verloren haben. Ein weiterer Teil unserer Flughafen-Serie.

Starts und Landungen im Minutentakt. Am Frankfurter Flughafen ist gerade Hauptreisesaison. Doch auch neben den Rollfeldern ist tierisch was los. Dort befinden sich zum Beispiel Insekten, Säugetiere wie dieser Hase und jede Menge Vögel. Biologe Jürgen Ebert hat die tierischen Flughafenbewohner stets im Blick. Er ist Leiter der Wild Life Control beim Flughafenbetreiber Fraport und sagt: Nicht jedes Tier ist hier gerne gesehen.
Jürgen Ebert, Leiter Wildlife Control Flughafen Frankfurt: „Wir hören das Zwitschern der Feldlerche. Solange das so kleine Einzelvögel sind wie die Feldlerche, ist das völlig unproblematisch. Schwierig wird’s, wenn es große Einzelvögel sind, sowas wie Greifvögel. Große Einzelvögel oder viele kleine Vögel können für Flugzeuge gefährlich werden, wenn sie mit denen zusammentreffen. Das kann von einer Delle am Flugzeug bis hin zum Totalabsturz führen.“
Um einen sogenannten Vogelschlag zu verhindern, ist das Team der Wildlife Control jeden Tag auf und neben den Rollfeldern unterwegs. Gefährden Vögel den Flugbetrieb, verjagt Jürgen Ebert sie. Beispielsweise mit einem Schreckschuss.
Doch das schreckt die Vögel oft nur kurz ab. Denn das Grünland rund um den Flughafen, das eine Fläche von über 900 Fußballfeldern hat, ist für Greifvögel ein traumhaftes Jagdgebiet. Die Aufgabe der Wild-Life-Crew ist es daher auch, den Vögeln den Aufenthalt so unangenehm wie möglich zu machen.
Jürgen Ebert, Leiter Wildlife Control Flughafen Frankfurt: „Hier sieht man jetzt sehr schön unsere Heideflächen. Die Heide bildet einen Filz über dem Boden. Der Boden ist festgehalten. Keine Staubentwicklung. Und es ist so dicht hier, also hier kommt kein Vogel rein, kein Greifvogel, der an die Mäuse rankommt.“
Deshalb setzen die Airport-Biologen auf die Heideflächen oder auch Magerrasen, der Tieren wenig Nahrung bietet.
Trotz aller Maßnahmen: Rund 400 Vogelschlag-Meldungen gehen pro Jahr am Flughafen ein. Eine auch während unseres Drehs. Jürgen Ebert macht sich prompt auf den Weg. Denn solange Unklarheit herrscht, darf das Flugzeug nicht wieder abheben. Und tatsächlich: Der Verdacht bestätigt sich.
Jürgen Ebert, Leiter Wildlife Control Flughafen Frankfurt: „Da war ein Vogelschlag. Mit den restlichen Federn. Die sind aber so klein und spezifisch. Die kann man nicht identifizieren, das bringt nichts. Aber hier ist ja noch Blut. Und dann nehme ich jetzt eine Abstrich-Probe und das wird dann genetisch analysiert und dann weiß ich, welche Vogelart das war.“
Das ist wichtig, denn nur wenn Jürgen Ebert weiß, welche Vogelart es war, kann er Gegenmaßnahmen ergreifen, damit sie sich nicht weiter ansiedelt. Für das Wildlife-Team gibt es vor allem zur Blütezeit im Frühjahr und Sommer jede Menge zu tun. Allen Anstrengungen zum Trotz: Komplett vertreiben lassen sich die tierischen Untermieter am Flughafen nie. Irgendwie auch verständlich, angesichts dieser Idylle.