Innovativer Gemüseanbau auf dem Reptilium Landau

Frischer Salat ist die Leibspeise der Schildkröten im Landauer Reptilium. Rund 50 Köpfe pro Tag werden hier vertilgt. Ziemlich viel, deshalb wird auf dem Dach neuerdings der Salat selbst angebaut. Nicht in Erde, sondern ganz innovativ mit der Hydroponik-Methode.

In Australien, China, Japan und den Niederlanden wird Gemüse schon oft so angebaut, bei uns ist die Methode noch Neuland. So richtig herzhaft zubeißen, das klappt auch ohne Zähne. Besonders, wenn der Salat ganz frisch geerntet ist. Diese bunte Mischung wächst auf dem Dach des Landauer Reptiliums. Auf 250 Quadratmetern stehen hier zwei Gewächshäuser. Uwe Wünstel braucht für seine Tiere viel Grünzeug und das hat ihn auf die Idee der effizienten und platzsparenden Gemüseproduktion gebracht.
Uwe Wünstel, Leiter Reptilium Landau
Wir bekommen die Jungpflanzen von einem Lieferanten geliefert, die sind dann ungefähr zwei bis drei Zentimeter groß. Die setzen wir in dieses Rinnensystem ein, das Rinnensystem wird dann mit einer Nährlösung alle zehn Minuten für eine Minute bewässert, das heißt, die Wurzeln ziehen sich dann ihre Nährstoffe raus und das überschüssige Wasser geht dann wieder zurück in den Nährstofftank, wird angereichert, wird gefiltert und wird dann wieder verwendet. Wir haben bei dieser Anbauweise 90 Prozent weniger Wasserverbrauch, wie im normalen Anbau und wir brauchen auch deutlich weniger Dünger, weil er gezielt an die Wurzel geleitet wird und alles Überschüssige dann wieder zurückläuft und aufgewertet wird.
Hydroponik ist eine sehr wassersparende Anbaumethode. In Australien wird sie schon oft angewandt. Bei uns sind die meisten Landwirte noch skeptisch und setzen auf die herkömmliche Anbaumethode in der Erde. Uwe Wünstel hat 150 000 Euro in seine Gewächshäuser investiert. Er ist überzeugt von dem Anbau auf 7 Etagen.
Uwe Wünstel, Leiter Reptilium Landau
Wir setzen einmal die Woche ein und in vier Wochen ist er dann Erntereif. Dieser hier ist jetzt quasi drei Wochen alt. Nächste Woche wird er geerntet und im gleichen Atemzug werden dann wieder die gleiche Anzahl von Jungpflanzen wieder eingesetzt. Dass wir immer einmal die Woche zirka von hier von der Anlage jetzt 1500 Köpfe zur Verfügung haben und so geht das in dem Zyklus weiter und der Vorteil ist hier, wir können ganzjährig anbauen. Durch die Abluft des Reptiliums, die hier eingeblasen wird über den Winter, haben wir ein beheiztes Gewächshaus und können hoffentlich mal 10 bis 12 Ernten pro Jahr fahren.
Viel Anbau auf wenig Fläche, kaum Schädlinge und Krankheiten. Ein nachhaltiges System und auch die Wurzeln der Salatköpfe finden noch Verwendung.
Uwe Wünstel, Leiter Reptilium Landau
Wir haben jetzt verschiedene Firmen, die Interesse haben diese Wurzeln zu nehmen und auch zu verarbeiten. Als Garnierung auf Essen darauf, vielleicht gibt es noch andere ganz geheimnisvolle Sachen, die da drin sind, da sind wir gerade etwas am Herumexperimentieren.
Auch der Pfälzer selbst schätzt die Salatwurzeln und streut sie über Pasta. In Zukunft will er noch andere Gemüsesorten auf dem Dach anbauen, um mehr Abwechslung in den Speiseplan seiner Reptilien zu bringen.