Neue Flugrouten sorgen für Ärger

Fluglärm – vor allem die Anwohner im Großraum Rhein-Main leiden darunter. Und da Deutschlands wichtigster Airport, der Frankfurter Flughafen, in den kommenden Jahren generell mit mehr Verkehr rechnet, gibt es aktuell Planungen, die Flugrouten zu ändern. Prompt gibt es laute Kritik – insbesondere natürlich von denen, die künftig mehr Lärmbelästigung durch Flugzeuge befürchten.

Der Flughafen Frankfurt – jahrelang gab es Streit um seinen Ausbau und die damit verbundenen Belastungen. Flammt dieser Protest nun wieder auf?
Die Betreiberin Fraport plant eine stärkere Nutzung der Nordwest-Abflugrouten. Dies würde besonders den Taunus zusätzlich belasten, in Flörsheim können Sie vom Fluglärm seit Jahren Klagelieder singen. Noch mehr wollen sie hier nicht hinnehmen.
Birgit Nauheimer
Da bin ich nicht dafür, also noch mehr brauchen wir weiß Gott nicht, also das langt!“
Gaby Skuldety
Bei mir fliegen sie direkt übers Haus in der Friedrich-Ebert-Straße und um 5:00 Uhr morgens werden wir geweckt“
Jürgen Haber
Wir wohnen direkt in der Einflugschneise, ich mach relativ viel Home-Office und das geht nicht bei offenem Fenster, rein theoretisch könnte man ja auch auf dem Balkon setzen beim Home-Office aber das geht nicht, weil dann können Sie nicht telefonieren. Also das ist schon erheblich.“
Konkret planen Fraport und Flugsicherung besonders in Verkehrsspitzen noch stärker als bisher die Nordwest-Abflug-Route über den Taunus zu nutzen.
Die mit weniger Belastungen verbundene Süd-Umfliegung käme spätestens ab der erwarteten 110 Flugbewegungen pro Stunde an ihre Grenzen. Aktuell schafft der Fraport bis zu 106 Starts- und Landungen pro Stunde. Die begrenzte Kapazität der Südumfliegung sei damals bei der Planung der neuen Nordwestlandebahn nicht absehbar gewesen
Janina Steinkrüger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Kommission zur Abwehr des Fluglärms
Das ist halt elementar gegen das, was man damals als Prognose in der Planfeststellung genommen hat. Da hieß es diese Flugrouten werden aus Sicherheitsgründen nur 2-3 % genutzt und der Rest soll aus Sicherheitsgründen über die Süd-Umfliegung gehen. Jetzt wird genau das Gegenteil gesagt, also die Sicherheitsvariante sind die Nordwestabflüge. Da frag ich mich eben auf was können wir uns noch als Kommune verlassen?“
Vertrauen gestört, Versprechen gebrochen, sagt auch die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder. Sie spricht von einer Rolle rückwärts, die sie fassungslos mache und befürchtet mehr Lärm auch für Mainz.
Fraport und Flugsicherung wollen sich nicht vor der Kamera äußern. Schriftlich heißt es:
Fraport
[Wir] berücksichtigen dabei alle Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses zum Ausbau des Flughafens. Wir haben (…) sehr darauf geachtet, die Abweichungen zum bestehenden Betriebskonzept so gering wie möglich zu halten und die Lärmauswirkungen für die Region zu minimieren.“ 
Im kommenden Jahr soll das neue Konzept fertiggestellt werden. Es sei noch in Arbeit betont die Fraport, und dass man im Dialog bleiben wolle. Die Anrainerkommunen prüfen derweil juristische Schritte. Die Abwägung der Interessen des Flughafens, der rund 80.000 Menschen beschäftigt  und die Interessen der Anwohner wird in den kommenden Jahren nicht einfacher werden.