Pilgern von Speyer nach Rom

2025 hat der verstorbene Papst Franziskus als ‚Heiliges Jahr‘ ausgerufen. Ein Jubel-Jahr der katholischen Kirche also, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Pilgern heißt auch „Beten mit den Füßen“ – unter diesem Motto ist heute Morgen eine Pilger-Gruppe aus Speyer gestartet. Die Reise geht bis nach Rom – ein Staffel-Pilgern in mehreren Etappen.

Die Pilgerreise, zur der das Bistum Speyer aufgerufen hat, startet heute Morgen um 7.00 Uhr in der Afrakapelle des Doms. Es wird gemeinsam gebetet und gesungen. Es ist üblich, dass die Pilger einen Segen empfangen, bevor es richtig los geht. Er soll ihnen Schutz, Glück und Erfolg für die Reise spenden. Nicht alle, die heute Morgen in der Kapelle sind, werden die erste Etappe mitlaufen, einige pilgern auf einem späteren Stück der Strecke.
Irina Kreusch, Initiatorin des Staffelpilgerns
„Wir sind jetzt insgesamt 42 oder 43 Personen. Die gehen in Etappen und heute gehen wir mit 8 Personen los. Die gehen jetzt bis Straßburg und dann wird das Kreuz von den Pilgern bis nach Rom getragen.“
Das Kreuz ist sozusagen der Staffelstab. Eine Etappe ist durchschnittlich 150 Kilometer lang. Der Weg geht durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz, dann über die Alpen durch Norditalien bis nach Rom. Insgesamt ist die Pilgerstrecke rund 1.800 Kilometer lang. Nach dem Segen geht es heute aber erstmal nur ein paar hundert Meter zum gemeinsamen Frühstück, als Stärkung für die anstehende Reise.
Patrick Halte
„Ich habe den Pilgeraufruf Anfang des Jahres gelesen. Ich fand das eine tolle Idee, dass man von Speyer nach Rom pilgern kann. Ich bin schon ein paarmal gepilgert, ich war auch auf dem Jakobsweg in Spanien.“
Susanna Altenburg
„Ich pilgere eine Woche mit. Und warum ich mitgehe? Ich möchte einfach so eine Begegnung mit Gott erleben, diese Woche.“
Klaus Eichellaub
„Ich bin infiziert vom Pilgern. Habe alle möglichen Wege, die es in Europa gibt, bin ich schon gegangen. Also, warum nicht diese tolle Idee des Staffelpilgerns auch mitmachen.“
Andrea
„Weil ich einfach diese Erfahrung machen möchte, wie es ist, zusammen unterwegs zu sein in einer Gruppe, wo ich bisher nur zwei Leute kenne.“
Neue Menschen treffen oder sich selbst besser kennenlernen: Beim Staffelpilgern des Bistums Speyer geht es darum, sich Zeit zu nehmen.
Irina Kreusch, Bistum Speyer
„Es ist die Möglichkeit, in Ruhe, in einer Zeit der Entschleunigung – das ist ja in der komplexen Zeit heute eine große Frage, sich mit den Sinnfragen und mit sich selbst erstmal zu beschäftigen, die Muße zu haben  –, und wir laden ein, das auch mit der Gottesfrage zu verbinden.“
Eine Tour, die auch ein Abenteuer ist. Und das startet am Vormittag ins südpfälzische Rülzheim. Das Tagesziel ist rund 25 Kilometer von der Domstadt entfernt. Am 18. Oktober soll das Staffelpilgern dann auf dem Petersplatz enden. Die letzte Gruppe der Speyerer Pilgerer trifft sich dort mit anderen Gläubigen, die sich zu Fuß auf die Reise nach Rom gemacht haben.