Pflege im Heim wird immer teurer
Aktuell wird die Unterbringung in einem Pflegeheim immer mehr zur finanziellen Belastung. Die Kosten steigen und steigen! In Rheinland-Pfalz etwa zahlen Senioren derzeit rund 130 Euro mehr im Monat, als noch vor einem Jahr. Was kann jeder einzelne tun, um das im Alter stemmen zu können? Darüber sprechen wir gleich mit der Verbraucherzentrale – zunächst sind wir aber in einer Pflegeeinrichtung in Hessen.
Heimbewohnerin Gida Böhmer-Deventer bei der täglichen Morgengymnastik. Seit fünf Jahren lebt die heute 95-Jährige im Elisabethhaus in Bad Nauheim, ganz nah an der Natur. Auf 220 Bewohner kommen hier fast 300 Mitarbeiter. Für diese Betreuung muss die Seniorin 2.600 Euro im Monat bezahlen, doch die frühere Deutschlehrerin hat gut vorgesorgt.
Gida Böhmer-Deventer, Heimbewohnerin
„Für mich ist es kein Problem, ich habe eine gute Pension. Und meine Kinder verwalten das und machen all den Verwaltungskram.“
Damit kann sich Gida Böhmer-Deventer glücklich schätzen. Denn für viele Senioren ist ein Pflegeheim mit ihrer Rente und Pflegeversicherung auf Dauer kaum tragbar, sie müssen privat dazuzahlen. In Hessen liegen die Kosten für ein Pflegeheim im Schnitt bei rund 3.000 Euro im Monat, in Rheinland-Pfalz bei 3.051 Euro. Die Sorge in den Pflegeheimen wächst.
Stefan Fuchs, Einrichtungsleiter Elisabethhaus
„Ich glaube, die wenigsten Menschen haben 3.000 Euro und mehr an Rente. Da muss die Politik gegensteuern.“
Besuch der hessischen Gesundheitsministerin Diana Stolz in Bad Nauheim, für einen Vormittag schlüpft sie in die Rolle der Altenpflegerin. Auch sie erreicht die Forderung, dass sich die Länder an den Kosten für Pflegeheime stärker beteiligen sollen. Sie sollten insbesondere die Investitionskosten für Umbauten und Modernisierung der Heime übernehmen, sowie die Ausbildungskosten für Pflegekräfte, die müssen bisher die Heimbewohner tragen. Das Land Rheinland-Pfalz hat diese Forderung bereits abgelehnt, in Hessen klingt es etwas vage.
Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen
„Wir brauchen ganz grundlegende Pflegereformen. Es geht gar nicht darum, dass Sie an einer Stellschraube drehen, sondern: Sie müssen ganz grundlegend über die Pflege beraten und dort auch Reformen auf den Weg bringen. Und daran werden wir uns als Hessen auch beteiligen.“


