Frankfurter Hausbesitzer zahlt viermal so viel Grundsteuer

Egal ob Sie im Eigenheim oder zur Miete wohnen – an der Grundsteuer kommt in Deutschland niemand vorbei. Seit das Bundes-Verfassungs-Gericht bereits vor Jahren entschieden hat, dass die bisherige Berechnung verfassungswidrig ist, war klar, dass die Grundsteuer reformiert werden musste. Wer aber nun auf die neuen Bescheide oder seine Nebenkosten schaut, der muss erstmal kräftig schlucken, denn die fallen vielerorts echt happig aus. Was das für Eigentümer und Mieter bedeutet, haben wir uns in Frankfurt angesehen.

Wolfgang Traidl, Hauseigentümer im Frankfurter Nordend, blickt auf den neuen Grundsteuerbescheid, den er von der Stadt Frankfurt bekommen hat. Der hat es in sich.
Wolfgang Traidl, Hauseigentümer in Frankfurt
„Also die Erhöhung hat sich mehr wie vervierfacht, von 500 auf 2000 Euro und das ist natürlich ein unheimlich großer Betrag an Grundsteuer der nun fällig ist.“
Und den der Eigentümer in den Betriebskosten auf seine Mieter umlegt. Bei einer 100 Quadratmeter-Wohnung kann das einen Anstieg von bisher 70 auf fast 400 Euro pro Jahr bedeuten.
Wolfgang Traidl, Hauseigentümer in Frankfurt
„Ich finde es persönlich eine Riesenbelastung für meine Mieter, wenn ich das im Verhältnis zu dem sehe, was vorher bezahlt wurde.“
Die Berechnung der Grundsteuer ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt,  dabei spielt unter anderem der Grundstückswert eine Rolle. Dazu kommt der so genannte Hebesatz, den jede Kommune selbst festlegt.  Das Bundesfinanzministerium hatte den Kommunen, für die die Grundsteuer zu den wichtigsten Einkommensquellen zählt, im Vorfeld der Reform geraten, nicht mehr Geld einzunehmen als vorher.
Rolf Janßen, DMB Mieterschutzverein Frankfurt
„Dagegen muss natürlich die Politik agieren, weil es kann ja nicht sein, dass die Kommunen selbst zu Kostentreibern werden.“
Der Mieterschutzverein rät grundsätzlich dazu, Betriebskostenabrechnungen überprüfen zu lassen und fordert, die Grundsteuer aus den Nebenkosten generell herauszunehmen.
Rolf Janßen, DMB Mieterschutzverein Frankfurt
„Darüber hinaus verlangen wir auch, dass ein Härtefond eingerichtet wird von den Kommunen, für Mieter die nun noch mehr Schwierigkeiten eingerichtet wird, für Mieter die nun mehr als 10 Prozent der bisherigen Grundsteuer zahlen müssen.“
Beim Eigentümerverband Haus & Grund ist man mit der Reform ebenfalls unzufrieden und kritisiert fehlende Einheitlichkeit.
Gregor Weil, Geschäftsführer Haus und Grund Frankfurt
„Es wurde im Land Hessen eine Grundsteuerobergrenze oder -bremse einzuziehen, das hätte der hessische Landesgesetzgeber tun müssen und sollte er noch nachholen, denn wir sehen in der Praxis doch eine erhebliche Mehrbelastung, für die, die in besseren Wohnlagen wohnen oder vermieten.“
Der Verband sieht aber kaum Chancen gegen die neuen Grundsteuerbescheide vorzugehen. Doch die Unzufriedenheit wird wohl noch zunehmen, da längst noch nicht alle Mieter Post über ihre neuen Nebenkosten bekommen haben.