Wie der Soonwald fit gegen Trockenheit gemacht wird

43 Prozent der Fläche in Rheinland-Pfalz ist von Wald bedeckt. Es ist damit das waldreichste Bundesland in Deutschland. Einerseits sind die Wälder wichtig für die Klimaziele des Landes – andererseits sind sie bedroht durch den Klimawandel. Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat sich deshalb heute auf eine Waldexkursion begeben – im Soonwald bei Bad Kreuznach.

Wie an einer Perlenkette stehen die Fichten hier in Linien aufgereiht. Diese ordentliche Monokultur stammt aus Zeiten, in denen viele schnell wachsende Fichten zur Holzverarbeitung gepflanzt wurden. Damit wurde Geld verdient.  Heute wird der Wald hier aber zunehmend lichter. Klimabedingte Trockenheit und Schädlinge sind für viele Bäume tödlich.
Konrad Leicht, Forstamtsleiter Soonwald
„Wir müssen aber an der Stelle jetzt den Blick in die Zukunft richten und müssen schauen, was wir dazu beitragen können, dass es dem Wald in Zukunft gut geht. Und wir haben von der Natur gelernt, dass eine breite Mischung der Baumarten im Wald zu Gesundheit führt, einfach durch die Risikostreuung. Dass verschiedene Baumarten im Waldbestand stehen und so dann auch den kommenden klimatischen Veränderungen dann auch trotzen können.“
Zum Beispiel durch die vielen kleinen Eichentriebe, die hier zwischen den Fichten wachsen und durch  pinke  Stäbe gekennzeichnet sind. Für die sogenannte Naturverjüngung bieten sich vor allem Bäume an, die dem Standort gut angepasst sind, wie hier die Eiche.
Der Wald ist ein wichtiger Klimafaktor, auf den auch die Politik setzt. Ministerpräsident Alexander Schweitzer schaut sich deshalb an, wie das Forstamt Soonwald mit den   klimabedingten Herausforderungen des Waldes umgeht. Bis 2040 will Rheinland-Pfalz klimaneutral sein. Da soll auch der Wald ordentlich mithelfen.
Dass der geschädigte Wald dafür genügend CO2 aufnehmen kann, daran zweifelt die Opposition. Der Ministerpräsident hält dagegen.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Wir leben ja vom Prinzip der Nachhaltigkeit. Das heißt, die Dinge gehen nicht schnell und auch nicht durch das Umlegen eines Schalters. Aber für uns war immer wichtig, den Wald klimaresilient aufzubauen, auszubauen, auch zu ertüchtigen. Wir fangen auch nicht erst an damit, sondern wir sind schon seit vielen Jahren mit eigenen Programmen unterwegs, wie hier spürbar ist. Und jetzt legen wir nochmal ein richtig starkes Schippchen obendrauf mit einem 50-Millionen-Euro-Programm. Deshalb glaube ich, dass wir auf einem guten Weg sind.“
Mit der  sogenannten Klima-Wald-Offensive soll zum Beispiel mehr Wasser im Wald gehalten werden,  das sonst abfließen würde ohne zu versickern.
Konrad Leicht, Forstamtsleiter Soonwald
„Wir unterbrechen hier den Wasserstrom, um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren und leiten das Wasser unterhalb des Weges gezielt in die dahinter gelagerten Bestände ab, um den Beständen Wasser zur Verfügung zu stellen und auch die darunterliegenden Ortschaften vor Hochwasser und vor großen Wassermengen zu schützen.“
In diesem Becken soll der Regen dann langsam im Waldboden versickern und den Bäumen zur Verfügung stehen. Die Hoffnung: So erholt sich der Wald und kann besser helfen, den Klimazielen ein Stück näher zu kommen.