Polizei kontrolliert E-Scooter-Fahrer

Wer mit dem E-Scooter unterwegs ist, lebt gefährlich: Im vergangenen Jahr gab es alleine in Hessen fast 1.100 Unfälle, an denen Elektroroller beteiligt waren. Die meisten davon in Frankfurt. Besonders erschreckend: In zwei von drei Fällen wurden dabei Menschen verletzt oder sogar getötet. Unfallursache Nummer eins: Ein Fehlverhalten der Rollerfahrer selbst. Hessens Innenminister Roman Poseck setzt deshalb jetzt auf mehr Kontrollen durch die Polizei.

Etwa alle drei Sekunden leiht in Frankfurt irgendwer irgendwo einen E-Scooter aus. Etwa 12000 der flotten Miet-Roller gibt es inzwischen in Frankfurt. Dazu kommen Tausende in Privatbesitz – da ist Ärger offenbar vorprogrammiert. Denn noch immer scheinen Regelverstöße beim E-Roller-Fahren als eine Art Kavaliersdelikt zu gelten: Wie etwa das Fahren zu zweit. Das ist verboten – so wie auch das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder das Missachten roter Ampeln.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Auch für das E-Scooter-Fahren gibt es Regeln. Und die E-Scooter-Fahrer sind gut beraten, wenn sie sich an diese Regeln halten. Denn die Unfälle gehen häufig auf regelwidriges Verhalten zurück. E-Scooter-Fahren verleiht offensichtlich auch eine besonders leichtsinnige Einstellung.“
Es sind vor allem jüngere Leute, die E-Scooter nutzen. Das merkt man auch bei dieser Kontrollaktion in der Frankfurter Innenstadt: Im Minutentakt bittet die Fahrradstaffel der Frankfurter Polizei Rollerfahrer im Bereich der Goethestraße zum Rapport. In Flagranti, etwa bei einer Fahrt zu zweit oder auf einem frisierter Roller, erwischen die Beamten hier heute zwar niemanden: Sie stellen aber gleich mehrere Versicherungs-Verstöße fest. Auch das kann für die Ertappten teuer werden.
Dominic McCormick, Leiter Fahrradstaffel Polizei Frankfurt
„Ein Verstoß gegen das… also ohne Fahrerlaubnis und gegen das Pflichtversicherungsgesetz bedeutet im Zweifel auch: Ich kann den Führerschein nicht machen. Ich kann erst später machen. Muss noch eine teure MPU bezahlen zusätzlich zur Geldstrafe, die aus dem Strafverfahren hervorgeht. Und da sind wir auch ruckzuck mal bei 10.000 Euro, die sich da summieren.“
Zumindest bei den kontrollierten Mietrollern gibt es da aber nur selten Probleme: Sie sind in der Regel ordentlich angemeldet und versichert. Gefährlich ist die Fahrt mit ihnen trotzdem: Erst vor gut zwei Wochen starben bei einem Unfall auf der Mainzer Landstraße zwei Brüder, die auf einem Elektroroller unterwegs waren und von einem Auto erfasst wurden.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Dieser schreckliche Fall war durch Fehlverhalten eines KFZ-Fahrers ausgelöst worden. So jedenfalls der aktuelle Ermittlungsstand. Die E-Scooter-Fahrer waren schutzlos auf ihrem E-Scooter und mussten dieses Fehlverhalten des KFZ-Lenkers leider mit ihrem Leben bezahlen.“
Dieser Vorfall habe zwar nichts mit den aktuellen Kontrollen zu tun – zeige aber, wie gefährlich E-Scooter-Fahren generell sei, selbst ohne eigenes Fehlverhalten. Denn ohne Schutz und Knautschzone zögen Rollerfahrer bei einem Verkehrsunfall meist den Kürzeren – nicht selten mit fatalen Folgen.