Rheinland-Pfalz setzt auf Dialog mit China
Seit den Zollentscheidungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump rücken andere Absatzmärkte als die USA wieder stärker in den Fokus. Auch der Riesen-Markt in China. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt war deshalb jetzt eine Woche lang unterwegs in der Volksrepublik. Seit dem Wochenende ist sie zurück, über die Erkenntnisse ihrer Reise sprechen wir mit ihr gleich hier im Studio. Vorher aber blicken wir weit nach Osten, nach China.
Es ist ein Land der Superlative. Über 1,4 Milliarden Einwohner. Unzählige Millionenstädte. Und ein gigantischer Markt, von dem auch die rheinland-pfälzischen Unternehmer profitieren wollen.
Auch mit Präsenz vor Ort. Wie hier in Yingde im Süden Chinas. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt besucht die Firma Renolit. Sie produziert vor allem Kunststofffolien für Autos, Möbel und Fenster. Nicht nur am Hauptsitz in Worms, sondern auch an vielen anderen Standorten – auch hier in China.
Jürgen Vogel, der Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz war zusammen mit der Wirtschaftsministerin in China.
Wir treffen ihn nach seiner Rückkehr in Ludwigshafen. Sein Fazit der Reise:
Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer IHK Pfalz
„Wir haben vor allem die Erkenntnis mitgenommen, wir müssen unsere Firmen dabei unterstützen, Kontakt zu China auszubauen. Bei allen Problemen, die dieser Markt natürlich auch mit sich bringt. Aber es führt kein Weg daran vorbei, dass wir uns aktiv mit China auseinander setzen müssen und sollen. Es ist wirklich entscheidend, dass wir auf diesem sehr, sehr großen und wettbewerbsintensiven Markt präsent sind, sonst werden wir größte Probleme bekommen.“
Denn China wird als Handelspartner für RLP immer wichtiger. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von 4 Milliarden Euro aus China nach RLP importiert. Damit liegt China in Sachen Importe auf Platz 1.
Bei den Exporten sieht das aber ganz anders aus. 2024 wurden Waren im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro von Rheinland-Pfalz aus nach China exportiert. Seit 2020 geht die Zahl der Exporte kontinuierlich zurück. China liegt nur auf Platz 10 der wichtigsten Exportländer.
Rheinland-Pfalz hat also viel mehr aus China gekauft, als nach China verkauft.
Ein enormes Handelsdefizit – das gibt es auch zwischen der gesamten EU und China. Hier liegt es zum Nachteil der EU bei rund 300 Milliarden Euro. Das wird auch eines der großen Themen beim EU-China-Gipfel übermorgen in Peking sein.
Für Jürgen Vogel steht fest: Es gibt einiges, was Deutschland und auch Rheinland-Pfalz von China lernen könnte. Besonders beeindruckt hat ihn der sogenannte „China-Speed“:
Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer IHK Pfalz
„Mit welcher Geschwindigkeit Dinge umgesetzt werden, Dinge vorangetrieben werden. Da müssen sich unsere Unternehmen drauf einstellen. Aber wir auch in Rheinland-Pfalz müssen uns darauf einstellen. Wir müssen einfach in unseren Verfahren schneller und digitaler werden. Und wir müssen wegkommen von einer Gesellschaft die nur Bedenken wägt, wir müssen in die Umsetzung kommen. Das ist eigentlich die Quintessenz der Reise.“


