Frühe Aprikosen-Ernte

Die Aprikosenernte läuft gerade auf Hochtouren. In den vergangenen Jahren hatten es Bauern mit der Steinfrucht nicht immer leicht. Denn eigentlich braucht die Aprikose – die auch als Marille bekannt ist – beständiges Sommerwetter. Wie sieht es in diesem Jahr aus? Wir waren bei der Ernte in der Südpfalz dabei.

Sie sind rund, orange-rot und lecker. Aprikosen. Auf den Feldern von Obstbauer Gerd Pfaffmann  in Impflingen hängen die Bäume in diesem Jahr besonders voll. Denn durch den milden Jahresanfang waren die Bedingungen für Aprikosen ideal.
Gerd Pfaffmann, Aprikosenbauer
„Dadurch. dass wir die letzten vier Jahre Frost hatten zur Blütezeit, hatten wir schlechte Erträge gehabt und da haben sich die Bäume ausgeruht. Das merkt man und die haben deshalb sehr gut angesetzt, große Mengen, eine schöne Reife, eine tolle Färbung. Die Früchte haben ein tolles Aroma, sind trotzdem saftig innen drin. Die Bäume sind auch um die elf Jahre alt, die wurzeln tief. Die holen sich das Wasser dann schon wenn es eng wird. Und dadurch sind wir sehr zufrieden mit der Ernte.“
Die hat in diesem Jahr sogar schon zwei Wochen früher als gewöhnlich begonnen. Grund dafür: der Klimawandel. Die Jahreszeiten verschieben sich und Obst und Gemüse ist früher dran als noch vor zehn Jahren. Viele Aprikosen sind jetzt schon  überreif und auf den Boden gefallen. Verluste die für Gerd Pfaffmann verkraftbar sind. Denn die gehören beim Anbau von Aprikosen einfach dazu.
Gerd Pfaffmann, Aprikosenbauer
„Die Aprikose ist die Diva unter den Steinfrüchten. Also die will immer gestreichelt sein und will sehr viel Wohlwollen. Sie ist sehr empfindlich gegen alle möglichen Krankheiten, Schädlinge und auch gegen Bakterien. Ich mache das jetzt zwölf oder fast 13 Jahre, ich habe viel dazugelernt, am Anfang habe ich viel Lehrgeld bezahlt.“
Auch gegenüber Kälte und Hagel ist die Diva äußerst sensibel. Deshalb befinden sich über den Bäumen Schutznetze und bei niedrigen Temperaturen kommt eine Heizung zum Einsatz. Viel Aufwand und ein hohes Risiko. Das wollen viele Obstbauern nicht eingehen. Deshalb wird die Aprikose in Deutschland nur selten angebaut. Am häufigsten in der Südpfalz und in Rheinhessen, weil dort das Klima besonders mild ist. Gerd Pfaffmann besitzt etwa 6 Hektar Aprikosenbäume. Wie mag er seine Frucht denn am liebsten?
Gerd Pfaffmann, Aprikosenbauer
„Morgens aufs Brot als Marmelade. Ich esse für mein Leben gerne Aprikosenmarmelade. Aber während der Ernte esse ich auch jeden Tag fünf, sechs, sieben, acht Stück, also mir gefällt jedes Stadium. Die Frucht, die Marmelade und ich trinke auch gerne mal einen Aprikosenschnaps.“
Durch den frühen Erntestart sind die Bäume  in den nächsten Tagen leer gepflückt. Für die Aprikosenbauern eine erfreuliche Saison. Denn von der Diva unter den Steinfrüchten können sie nie genug haben.