Follow-Me-Fahrer am Frankfurter Flughafen

In diesem Sommer stellen wir Ihnen Menschen vor, die an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt dafür sorgen, dass alles ordnungsgemäß abläuft. Zum Beispiel, dass die tonnenschweren, riesigen Flugzeuge zentimetergenau in ihre Parkposition finden. Dafür sorgen die Fahrer von sogenannten Follow-Me-Fahrzeugen. Sie lotsen die Maschinen über die Rollfelder bis ans Ziel – und kümmern sich auch sonst um allerlei Dinge, damit der Flugbetrieb reibungslos abläuft. Ein weiterer Teil unserer Flughafen-Serie.

Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer: „So, die Rampe von Viktor Acht-Vier.“
Funk: „Victor Acht-Vier. Ja?“
Soi-Ngoen: „Hi. Ich bin jetzt vor dem Schlepp bei der Romeo-India. Dürfen wir vorziehen und dann umschalten?“
Funk: „Ja, das könnt ihr tun.“
Soi-Ngoen: „Gerne.“
Freie Fahrt für Koblab Soi-Ngoen. Spitzname „Jet“. Als Fahrer eines sogenannten Follow-Mes lotst er gerade den Schlepp eines Airbus A330neo der Condor zur Startposition. Im Gegensatz zum Schlepperfahrer darf Jet sich frei auf dem Vorfeld bewegen und voranfahren. Dafür hat er eine gesonderte Ausbildung, mitsamt Vorfeld-Führerschein. Nicht die einzige Voraussetzung für einen guten Follow-Me-Fahrer.
Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer
„Wir müssen schauen auf dem Vorfeld, dass alles in Ordnung ist. Natürlich einen Rundumblick haben. Räumliches Sehen gerade beim Einwinken, falls irgendwelche Besonderheiten auftreten. Bei Drehpositionen, dass es auch mit dem Eindrehen von Luftfahrzeugen funktioniert.“
Ein „Luftfahrzeug“ wie diese A321. Jets nächste Aufgabe: Er soll die Maschine sicher zu ihrer Parkposition führen. Die Schwierigkeit: Sie muss am Flughafengebäude entlang 90 Grad drehen. Eine elektronische Einrollhilfe gibt es an dieser Position nicht. Daher muss Jet per Handzeichen einwinken.
Routine für den 34-Jährigen und doch jedes Mal eine neue Herausforderung.
Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer
„Das Knifflige dran ist einfach, dass der Pilot mitspielen muss und ich ihm natürlich die korrekten Einwinkzeichen geben muss, damit er korrekt stehen kann, damit die Fluggastbrücke drangehen kann oder das Luftfahrzeug auch ordentlich getankt werden kann.“
Auf dem Weg von einem Auftrag zum nächsten schauen die Fahrer immer auch auf der Fahrbahn nach dem Rechten. Zum Beispiel nach Gegenständen wie diesem Seil.
Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer
„Sowas ist natürlich nicht gut. Wenn sowas natürlich ins Fahrwerk gelangt oder ins Triebwerk, wäre das natürlich nicht so toll. Da war eine Öse dabei gewesen, ein metallischer Gegenstand. Das könnte natürlich Reifen beschädigen.“
Und auch am nächsten Einsatzort sieht Jet etwas, was dort nicht hingehört. Diese mobile Ladestation behindert die Parkposition für eine Lufthansa-Maschine. Jet organisiert einen Abschlepp-Service.
Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer: „Ja genau, steht noch in der Position.“
Fahrer: „Alles klar.“
Soi-Ngoen: „Danke dir.“
Erst, nachdem die Station zur Seite geschoben wurde, gibt Jet die Position frei und winkt den Flieger ein.
Es ist Jets letzter Auftrag heute. Um 13 Uhr 30 endet seine Frühschicht. Bis zu 130 Kilometer am Tag legt ein Follow-Me-Fahrer auf dem Vorfeld zurück.
Koblab „Jet“ Soi-Ngoen, Follow-Me-Fahrer
„Oft ist es so, dass wir viele Aufträge bekommen und Flugzeuge einwinken müssen. Die Position frei melden können. Das kann natürlich auch sehr, sehr hektisch werden. Aber man muss immer nen kühlen Kopf bewahren und schauen, dass man cool bleibt und natürlich gut Stress verarbeiten können.“
Der Follow-Me-Fahrer. Ein Job mit vielen verschiedenen Aufgaben, voller Verantwortung und Hochspannung.