Spürhunde für Schweinepest
Mehr als ein Jahr ist es her, dass in Rheinland-Pfalz und Hessen die Afrikanische Schweinepest – kurz ASP – ausgebrochen ist. Seitdem gab es 74 Fälle. Wenn es auch derzeit ruhiger geworden ist, so ist das Thema noch nicht aus der Welt und Tierschützer und Landwirte sind immer noch in Sorge. Der finanzielle Schaden ist immens. Jetzt setzt die Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz auch auf die Hilfe von ehrenamtlichen Helfern.
Hanne Nielsen und ihr Hund Bessy auf der Suche nach toten Wildschweinen. Jeder Kadaver könnte Träger des hochansteckenden ASP-Virus sein. Und schon hat Bessy etwas gefunden. Durch lautes Bellen zeigt sie ihrer Besitzerin den Fund an. Auch wenn das nur eine Trainingseinheit ist, bekommt sie dafür natürlich eine Belohnung.
Hanne Nielsen & Bessy
„Wir machen seit fünf Jahren bei der Rettungshunde-Arbeit mit. Bessy ist ein geprüfter Rettungshund und da fand ich es toll, eine neue Herausforderung für den Hund und sich noch weiter dann ehrenamtlich zu engagieren. Das wir hier dann auch bei der ASP-Suche mitmachen.“
Hanne und Bessy sind die ersten, die die Prüfung für den ehrenamtlichen Kadaverspürhunde-Kader bestanden haben, den die Landesforstverwaltung in Rheinland-Pfalz aufbauen will. Insgesamt sollen es 200 Gespanne im ganzen Land werden. Dafür eignen sich besonders Jagdhunde und Rettungshunde, auf deren bereits bestehender Ausbildung aufgebaut werden kann. Ausbilderin Vanessa Häfner erklärt, warum das Land dabei jetzt vor allem auf ehrenamtliche, anstatt auf hauptamtliche Hundeführer setzt.
Vanessa Häfner, Ausbilderin für Kadaverspürhunde bei Landesforsten
„Das Ehrenamt ist in Rheinland-Pfalz sehr wichtig. Bei dieser Arbeit ist es so, dass wir nicht dauerhaft die Gespanne brauchen und im Ehrenamt sind sie dann flexibler einsatzbar. Das heißt, wenn wir ein Ausbruchgeschehen haben, ein großes, brauchen wir relativ schnell viele Gespanne, die eingesetzt werden. Und dann kann es sein, dass wir mal etwas längere Ruhepausen haben und dann wüsste man auch nicht, was man mit den hauptamtlichen Mitarbeitern macht. Von dem her ist hier das Ehrenamt sehr sinnvoll.“
Momentan ist das Infektionsgeschehen eher ruhig, doch Gebiete, in denen ein infiziertes Tier gefunden wurde, müssen noch zwei Jahre lang jeden Monat abgesucht werden. So auch hier in der Nähe von Oppenheim. Hier sind Petra und ihre Hündin Pebbels unterwegs. Die beiden sind eines von nur acht Gespannen, die Landesforsten bereits 2018 für einen möglichen ASP-Ausbruch ausgebildet hatte. Sie waren die ersten, die nach dem Ausbruch 2024 zum Einsatz kamen.
Petra Nitschke & Pebbles
„Ist ja auch eine gute Sache. Ich mache ja auch noch nebenbei Mantrailing, die Personensuche. Der Hund hat Spaß, ja genau das treibt mich an. Den Hund artgerecht auszulasten und noch die Umwelt zu unterstützen. Den Tierschutz. Den Naturschutz.“
Unterstützt wird jedes Gespann von einem Jäger mit Waffe. So soll verhindert werden, dass kranke oder aufgeschreckte Tiere zur Gefahr für den Suchtrupp werden. Wenn das Team dann auf ein totes Tier stößt, gibt es ein strenges Prozedere.
Petra Nitschke & Pebbles
„Ich mache eine Markierung hier im GPS, ich mache eine Markierung in unserer WhattsApp-Gruppe, wo der Bergetrupp drin ist. Da gibt es auch noch mal einen Standort. Wir machen Fotos von dem gefundenen Stück, damit die FAWF das Alter bestimmen kann, zur Dokumentation. Und wir sperren es auch noch ab mit Flatterband, dass der Bergetrupp es leichter findet. Weil wir gehen weiter und geborgen wird es vom Bergetrupp.“


