Frankfurter Tennisverein startet in der Bundesliga durch

Gestern war Wimbledon-Finale, Ende August beginnen die US-Open. Auf hochklassiges Tennis müssen Sie solange aber trotzdem nicht verzichten. Denn zwischen den großen Grand-Slam-Turnieren steht die Bundesliga auf dem Plan. Mit dabei: der Frankfurter Tennisclub Palmengarten. Im Kader des Bundesligisten stehen sechs Spieler, die gerade noch in Wimbledon gespielt haben. Spannende Matches mit spektakulären Ballwechseln sind also garantiert. Wir waren beim Heimspielauftakt in Frankfurt dabei.

Vor kurzem noch auf englischem Rasen, jetzt auf Frankfurter Sand. Ugo Carabelli gibt alles. Heute nicht für die eigene Platzierung in der Weltrangliste, sondern für einen Bundesligasieg des Frankfurter Tennisclub Palmengarten.
Ugo Carabelli, Weltranglistenplatz 59
„Es ist anders, aber ich mag es. Team-Spiele sind anders, ich finde sie besser als die Einzel-Spiele. Wir genießen es.“
Damir Dzumhur, Weltranglistenplatz 70
„Tennis ist ein Sport, in dem du viel Druck hast. Bei großen Spielen auf sich allein gestellt zu sein, das kann dich unter Druck setzen. Aber hier ist es ein anderer Druck, denn du bist nicht der Wichtigste. Du bist nur ein Teil des Clubs, nur einer von vielen Spielen, die für den Verein spielen und Siege erkämpfen wollen.“
Gar nicht so leicht, denn auch der heutige Gegner Grün-Weiss Mannheim ist gut aufgestellt. Mit dabei zum Beispiel Kevin Krawietz, amtierender Weltmeister im Doppel.
Kevin Krawietz, Weltmeister im Doppel
„Ich habe tatsächlich noch nie hier gespielt. Bin sehr begeistert von der Anlage, cool, cooles Clubhaus und ja, wie ich schon gesagt habe, jetzt die Einzel mitzufiebern, die Kameraden anzufeuern und selbst vielleicht noch einen Sieg hoffentlich einzufahren. Leider für Frankfurt. Aber man versucht natürlich immer den Tag so cool wie möglich zu gestalten.“
Zeit, um Selfiewünsche zu erfüllen, nimmt sich Kevin Krawietz natürlich auch. Genau das macht für Frankfurts Trainer Philipp Marx den Reiz der Bundesliga aus.
Philipp Marx, Trainer FTC Palmengarten
„Wenn du auf einem Turnier bist, ist das schon sehr distanziert. Du kommst nicht so an die Spieler ran. Hier bist du halt sehr, sehr nah dran und so ein Team-Event ist nochmal was anderes. Wenn du dann Spieler siehst, die auch Ihre Mannschaftskameraden pushen, du hast vielleicht ein Doppel, was denn Spieltag entscheidet. Es ist einfach eine andere Energie, ein anderer Zusammenhalt. Ich glaube, das macht es irgendwie für die Zuschauer besonders.“
Rund 500 Zuschauer haben das erste Heimspiel der Frankfurter verfolgt. Und was ist das Saisonziel?
Philipp Marx, Trainer FTC Palmengarten
„Klassenerhalt ist natürlich das Ziel. Alles andere wäre ja vermessen und absteigen wollen wir logischerweise nicht.“
Gegen Mannheim verlieren die Hessen am Ende 1:5. Die nächste Chance auf wertvolle Punkte gibt es am Sonntag. Dann haben Damir Dzumhur, Ugo Carabelli und ihre Teamkollegen den Kölner Tennisclub zu Gast.