Frankfurt besonders fahrradfreundlich
Fahrradfahren ist kein Vergnügen in Rheinland-Pfalz. Beim Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs landet das Bundesland auf dem letzten Platz unter allen Flächenländern. Note 4. Besser sieht es in Hessen mit einer 3 aus. Frankfurt wurde sogar zur fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands gewählt. Aber selbst dort gibt es noch Luft nach oben.
Der Oederweg in Frankfurt, das Vorzeigeprojekt der Mainmetropole. Während Radfahrer auf ihrem breiten roten Streifen durchfahren können, müssen Autos vorher abbiegen. Nur einer von vielen Radwegen, die die Stadt zuletzt gebaut hat. Dass Frankfurt aber als fahrradfreundlichste Stadt gilt, verwundert manche Radfahrer dann doch.
Radfahrerin aus Frankfurt
„Die Leute müssen einmal sehen, was für Fahrradwege das sind. Sie haben hier den besten in Frankfurt ausgewählt und sie denken, das ist jetzt Frankfurt?“Elke Balser, Radfahrerin aus Frankfurt
„Bin ich jetzt ein kleines bisschen überrascht. Es ist viel besser geworden, aber die freundlichste Stadt? Ich kenne aber auch nicht so viele andere Städte.“Ella, Radfahrerin aus Frankfurt
„Ich bin seit kurzem erst wirklich Radfahrer. Habe mich bis vor kurzem als Autofahrer immer über die vielen roten Streifen hier geärgert. Jetzt muss ich sagen, bin ich froh über die vielen roten Streifen.“
Bei einer deutschlandweiten Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC landet Frankfurt in der Kategorie über 500.000 Einwohner auf Platz 1. Rund 4.000 Kilometer Radwege hat die Stadt in den vergangenen sechs Jahren angelegt, meist über 2 Meter breit. Hinzu kommen jede Menge neue Fahrradständer.
Ansgar Hegerfeld, Landesvorsitzender ADFC Hessen
„Über 2.000 Abstellanlagen pro Jahr, die in der kleinen Stadt Frankfurt gebaut wurden. Und daran sieht man, dass die Stadt Frankfurt das politisch möchte, dass mehr Leute Fahrrad fahren. Denn wir wissen: Gute Infrastruktur zieht auch Radverkehr an.“
Allerdings reicht Frankfurt gerade mal die mittelmäßige Note 3- für den Spitzenplatz und könnte damit schlichtweg nur die am wenigsten schlecht ausgebaute Fahrradstadt sein. Die Landeshauptstadt Wiesbaden etwa landet in der Kategorie über 200.000 Einwohner mit Note 4 auf Platz 11. Zu viele gefährliche Überschneidungen zwischen Rad- und Autoverkehr, so die Kritik des ADFC. In vielen Städten und Kommunen fehle es an Personal, um neue Radwege zu planen. Dabei könne die Situation für Radfahrer auch anders verbessert werden.
Silke Westermeier, Landesvorstand ADFC Hessen
„Einfache Maßnahmen wie Ampelschaltung fahrradfreundlicher gestalten. Abstellbügel sind auch eine relativ kostengünstige Maßnahme. Es gibt Landesfördermittel und Bundesfördermittel, das Sondervermögen Infrastruktur, das angezapft werden kann.“


