Riesenwels verschlingt Nilgans
Riesenwelse sorgen in unseren Flüssen und Seen für Schrecken. So jetzt auch im Main bei Frankfurt. Hier kommt die ganze Geschichte.
Ein paar Nilgänse schwimmen an einem Bootssteg auf dem Main, doch für eine findet das Badevergnügen ein jähes Ende… Der Flörsheimer Ruderer Robert Mohr traut seinen Augen nicht. Der 71-Jährige beobachtet vom Steg aus das folgende Szenario.
Robert Mohr, Ruderer aus Flörsheim
„Und dann kommt dieser Wels, ich sehe den Kopf… Die Gans sagt überhaupt nichts, noch nicht einmal ‚Quäk‘. Und ich sehe nur noch die Beine, die nach oben sind und die Gans ist weg. Einfach so in einem Wutsch weg.“
Bitte nicht „verfüttern“, müsste es hier am Flörsheimer Ufer wohl eher heißen. Europas größte Süßwasserfische können über 2 Meter lang und 100 Kilo schwer werden. Eine Nilgans mit ihren 2 Kilo kann also durchaus zur Beute werden. Jüngst hat ein Wels sogar Badegäste im bayerischen Brombachsee attackiert. Experten geben allerdings Entwarnung: Menschen stünden nicht auf dem Speiseplan des Fischs mit den bürstenartigen Zähnen.
Marc Sonnleitner, Gewässerökologe Regierungspräsidium Gießen
„Welse haben keine spitzen Zähne wie z.B. ein Zander, der hat ja so klassische Hundszähne. Der kann richtig zu Verletzungen führen. Aber ein Wels, der hat sogenannte Hechelzähne, das führt dann eher zu Abschürfungen. Aber grundsätzlich: Welse greifen keine Menschen an. Sondern nur, wenn es irgendeinen Grund gibt.“
In Bayern hatte der Wels wohl nur versucht, sein Laichgelege zu verteidigen. Robert Mohr und seine Ruderkollegen machen sich deshalb keine Sorgen, andere Mainbesucher hingegen schon.
Robert Mohr, Ruderer aus Flörsheim
„Wir haben ein Stückchen weiter vorne einen Kilometer von hier so einen kleinen Strand. Da gehen die Leute baden, auch mit ihren kleinen Hunden. Ich habe grad heute gehört: ‚Also nachdem ich das gelesen habe, lass ich den kleinen Hund nicht mehr rein.‘ (lacht) Verstehe ich ja.“


