Unterwegs mit der Autobahnpolizei Wiesbaden Teil 3
Immer wieder ist die hessische Polizei auf Autobahnen unterwegs – auf der Jagd nach Temposündern und Verkehrsrowdys. Und jetzt bekommen die Beamten neue Technik für diese Arbeit – das Video-Nachfahr-System für Autobahnen und Schnellstraßen, kurz ViNAS. Es ersetzt die 20 Jahre alte Technik, die bislang im Einsatz war. Wir waren zusammen mit der Polizei im neuen Einsatzfahrzeug unterwegs. Hier ist Teil 3 unserer Serie „Unterwegs mit der Wiesbadener Autobahnpolizei“.
Im zivilen Polizeifahrzeug geht’s auf Streife. Mit den Videokameras, die im Fahrzeug verbaut sind, können Verstöße aufgezeichnet werden. Im Verdachtsfall starten Pascal Meireis und Manuel Breuer die Aufnahme. Oft haben sie dabei den richtigen Riecher – manchmal kommen Verkehrssünder aber auch mit einem blauen Auge davon, so wie dieser schwarze SUV, der durch einen zu geringen Abstand auffällt.
Manuel Breuer, Autobahnpolizei Wiesbaden
„Im Moment hat er seinen Abstand wieder einigermaßen hergestellt. Im Moment ist es relativ gut. Wir beobachten jetzt die weitere Fahrweise. Wir haben einen kurzen Verstoß filmen können. Jetzt hält er seinen Abstand aktuell ein. Das heißt, jetzt beobachten wir, wie es weitergeht. Wenn er jetzt ordentlich fahren sollte, dann werden wir von einer Kontrolle absehen. Wenn er jetzt den nächsten Verstoß begeht, werden wir ihn anhalten.“„Fährt auf die B40. Lassen wir ihn. Jup, also okay.“
„An so einem normalen Tag können wir aber schon mit einigen Anzeigen rechnen. Also, wir sprechen hier bestimmt in der Summe von zehn Anzeigen und mehr. Wir haben auf jeden Fall leider schon immer sehr viel und gut zu tun.
Mehr als 100 Autobahnkilometern auf der A3, A66 und A671 muss die Wiesbadener Polizei im Blick haben. Da kann nicht jeder angehalten werden.
Manuel Breuer, Polizeihauptkomissar
„Man will ja auch nicht als Korinthenkacker dargestellt werden. Aber wenn man ganz genau hinguckt, dann hätten wir noch mehr zu tun, als wir eh schon machen. Wir kratzen an der Spitze vom Eisberg. Natürlich könnten wir noch viel, viel mehr ahnden, ja.“
Rasern und Dränglern wird aber in jedem Fall das Handwerk gelegt. Ein grauer Sportwagen gerät ins Visier.
„Wir haben jetzt hier vor uns den Mercedes AMG. Eben relativ dicht aufgefahren.“
„Man kann es auch anhand der Schattenwürfe erkennen, dass er jetzt sehr dicht drauf fährt. Wir haben jetzt nicht die Leitlinien als Referenzpunkt, aber die Schatten von der Brücke zum Beispiel. Dass man sieht, wann die vorausfahrenden Fahrzeuge mit ihrem Schatten die Brücke passiert haben, also den Schattenwurf von der Brücke. Und kann daran auch die Fahrzeuge positionieren.“
Nach dem Abstandsverstoß fährt das Auto dann aber auch noch mit viel zu hoher Geschwindigkeit ins Frankfurter Stadtgebiet. 110 km/h stehen bei erlaubten 60 auf dem Tacho. Zeit das Auto aus dem Verkehr zu ziehen.
„Die Polizei mit einer Personen-Fahrzeug-Kontrolle“. – „Nice to meet you, I’m from America.“ – „Okay, you speak English?!“ – „Yes sir!“ – „Okay. This is a police control. I need your passport, your drivers license and your registration fort he car. – So you’re not living in Germany?“ – „No.“ – „Okay. – „We stopped you because we have a videocamera in my car. And we did a measurement. You’re distance was to low. Near to Frankfurt there was a sign, 60 kilometers allowed. And there you were to fast.“
Der Mann lebt in den USA, hat sich den Luxus-Sportwagen für seinen Urlaub im Internet geliehen.
„As you’re not living in Germany, you will have to pay on spot.“
Für Pascal Meireis und Manuel Breuer bedeutet das jede Menge zusätzliche Arbeit, denn nun müssen sie das Video direkt vor Ort auswerten und errechnen, wie viel zu schnell der Mann tatsächlich gefahren ist. Weil die deutschen Behörden keine Bußgelder in den USA eintreiben können, muss der Fahrer seine Strafe direkt vor Ort abdrücken.
Manuel Breuer, Autobahnpolizei Wiesbaden
„Aber wir haben es öfter mal, dass ausländische Bürger nach Deutschland kommen, um dann hier mal ein Autobahnfeeling zu erleben, mal richtig aufs Gas treten zu dürfen. Er war jetzt nicht ganz so schlimm gewesen, er hat es ein bisschen krachen lassen, nicht übertrieben, Abstand und Geschwindigkeit war ein bisschen drüber gewesen. Er hat jetzt hier vor Ort seine Strafe bezahlt von 230 Euro und kann weiterfahren.“


