Sexuelle Übergriffe in Freibad – Innenausschuss tagt
Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe von mehreren syrischen Flüchtlingen auf mindestens acht minderjährige Mädchen im Freibad Gelnhausen haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Innenausschuss des Landtags ist deshalb zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die AfD will von Hessens Innenminister Roman Poseck wissen, wie das Land solche Vorfälle künftig zu verhindern gedenkt – und vergreift sich dabei aus Sicht aller anderen Parteien mal wieder im Ton.
Gestern Nachmittag in Gelnhausen: Eine Häufchen Demonstranten fordert ein rigoroses Durchgreifen gegen Flüchtlinge, die sich an deutschen Frauen und Mädchen vergreifen. Fast keiner der Teilnehmer stammt aus Gelnhausen – es sind angereiste Protestler, vornehmlich vom rechten Rand und aus der Querdenker-Szene. Gehör finden sie vor allem bei der AfD: Die würde die mutmaßlichen Freibad-Grapscher von Gelnhausen am liebsten direkt in den nächsten Flieger Richtung Syrien setzen.
Sandra Weegels (AfD), Abgeordnete Landtag Hessen
„Straffällig gewordene Ausländer haben in diesem Land nichts zu suchen. Integration ist eine Bringschuld. Wer unsere westlichen Werte und unsere Freiheit mit Füßen tritt, der hat in diesem Land nichts verloren und muss das Land dementsprechend wieder verlassen.“
Im Innenausschuss des Landtags will die AfD mehr über die mutmaßlichen Täter und mögliche weitere Vorfälle dieser Art wissen. Im Wesentlichen bestätigt der Innenminister dabei das, was ohnehin schon bekannt ist: Die 4 Tatverdächtigen sind zwischen 18 und 28 Jahre alt und zwischen 2022 und 2024 als Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland gekommen. Nach einem fünften Tatverdächtigen werde noch gefahndet. Auch in weiteren Schwimmbädern in Babenhausen und Darmstadt sei es in den vergangenen Tagen mutmaßlich zu sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge gekommen – das, so der Innenminister, sei absolut nicht hinnehmbar.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Gleichzeitig dürfen wir diese Fälle nicht verallgemeinern und sie zum Anlass nehmen, Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren. Das tut die AfD leider, indem sie Stimmung gegen Geflüchtete macht aufgrund dieser Fälle.“
Den Ton im Innenausschuss setzt die AfD: Deutsche Frauen und Mädchen trauten sich kaum noch für die Tür, geschweige denn ins Schwimmbad – gleichzeitig fahre die Landesregierung einen Kuschelkurs gegenüber kriminellen Flüchtlingen. Die Stimmung im Ausschuss: Äußerst gereizt.
Vanessa Gronemann (Bündnis 90 / DieGrünen), Abgeordnete Landtag Hessen
„Es war vor allem eine komische Stimmung, weil die AfD versucht hat, das, was sie sehr oft versucht, nämlich tatsächlich schreckliche Taten für ihren Hass und ihre Hetze zu instrumentalisieren. Und alle anderen demokratischen Parteien haben ja heute hier auch deutlich gemacht, dass wir das nicht zulassen.“


