Verlagsgruppe Rhein-Main feiert Jubiläum

Beim Blick auf die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland ist vielen eher nicht nach feiern zumute. Die Wirtschaft wächst das dritte Jahr in Folge nicht. Welche positiven Impulse braucht es jetzt, welche Erwartungen hat man an die neue Bundesregierung – und wie viel Geduld können sich die rheinland-pfälzischen Unternehmen noch leisten? Fragen, die beim traditionellen Sommerabend der Wirtschaft in Mainz besprochen wurden. Gastgeber war die Mediengruppe VRM, die unter anderem die Mainzer Allgemeine Zeitung herausgibt. Und das seit 175 Jahren.

Es ist ein ganz besonderes Jubiläum. 1850 erscheint erstmals der „Tägliche Straßen-Anzeiger“, der Ursprung der heutigen Allgemeinen Zeitung. In 175 Jahren erlebt sie nicht nur ruhmreiche Zeiten.
1934 übernehmen die Nationalsozialisten den Anzeiger, nutzen ihn als „parteiamtliches Organ“ für Propaganda und Hetze.
Ab 1947 heißt das Blatt wie heute, „Allgemeine Zeitung“. Die lange Historie mache stolz und demütig, sagt VRM-Geschäftsführer Joachim Liebler.
Joachim Liebler, Geschäftsführung VRM
„Es ist aber natürlich die Vergangenheit und die ist vorbei. Kaufen für die Zukunft können wir uns davon nichts. Und deswegen wird die spannende Aufgabe sein, die Marke AZ in die digitale Zukunft zu führen.“
Eine große Herausforderung: Deutlich machen, dass journalistische Arbeit einen Wert und damit einen Preis hat. Das betont auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer anlässlich des besonderen Jubiläums.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Und deshalb muss man auch gemeinsam dafür eintreten, dass klar ist, es ist nicht alles für umme zu haben im Internet. Und das, was man manchmal nachgeworfen bekommt im Internet, das zahlt man entweder durch seine Daten oder es nicht wirklich guter Journalismus.“
Für guten Journalismus will die VRM auch in den nächsten Jahren stehen, aber:
Joachim Liebler, Geschäftsführung VRM
„Wir müssen in neue Geschäftsfelder investieren. Weil die klassischen, auf Print basierenden Geschäftsmodelle einfach so nicht mehr funktionieren können und werden. Deswegen muss man den ganzen Apparat umbauen und die Schwierigkeiten sind mannigfaltig.“
Kostendruck und wachsende Bürokratie. Nur einige Herausforderungen, die nicht nur der VRM mit ihren über 1.200 Mitarbeitern zu schaffen machen. Das wird beim Sommerabend der Wirtschaft deutlich.
Marcus Walden, Präsident IHK Rheinhessen
„Wir haben jetzt zwei Jahre Rezession hinter uns. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Wir warten, dass die große Politik aus Berlin mit ihren Vorhaben jetzt endlich mal zum Tragen kommt. Dass die Sachen bei uns ankommen. Jeder Euro, der da ausgezahlt wird und direkt für eine Euro mehr Aufträge in der Wirtschaft sorgt, das ist ein guter Euro.“
Kommen die geplanten Entlastungen für Unternehmen schnell, wird die Wirtschaft bald wieder in Schwung kommen. Da ist Marcus Walden sicher. Denn das Glas ist – nicht nur, aber vor allem in Rheinland-Pfalz – immer halb voll.