Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder im Gespräch
Deit rund zwei Wochen ist sie im Amt – die neue Bundesregierung. Rheinland-Pfalz ist im Bundeskabinett besonders stark vertreten. Stefanie Hubig, die ehemalige rheinland-pfälzische Bildungsministerin ist jetzt Bundesjustizministerin, Verena Hubertz aus Trier ist Bundesbauministerin und Patrick Schnieder aus der Eifel ist der neue Bundesberkehrsminister. Besonders auf ihn warten viele Herausforderungen. Darüber sprechen wir mit dem neuen Minister, vorher werfen wir einen Blick auf die Baustellen mit denen er sich jetzt auseinandersetzen muss.
Baustelle Nummer 1: Straßen
Beispiel B10: Die Bundesstraße zwischen Landau und Pirmasens. Die unendliche Geschichte der Pfalz. Schon vor Jahrzehnten wurde der vierspurige Ausbau der Straße beschlossen. Doch passiert ist wenig, besonders auf dem Streckenabschnitt zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein. Zum Ärger vieler Pendler und vieler Unternehmen. Die Firmen in der Region fühlen sich abgehängt.
Werner Klein, PSB Intralogictic
„In Hinterweidenthal, also 15 Kilometer östlich von Pirmasens, hört für uns die Welt auf.“
Bei Unternehmern aber auch bei Politikern aus der Region sind die Erwartungen an die neue Bundesregierung und den neuen Kanzler Friedrich Merz jetzt hoch.
Christoph Gensch (CDU), Landtagsabgeordneter aus Zweibrücken
„Dass er insbesondere bei den Planungsprozessen dort auch Vereinfachungen vornimmt, damit dieser durchgängige vierspurige Ausbau endlich kommt.“
Baustelle Nummer 2: Wasserwege
Beispiel: Rhein. Die Fahrrinne des Flusses soll stellenweise vertieft werden. Das sei dringend notwendig, sagt die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin. Für Daniela Schmitt steht fest:
Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz
„Es braucht eine gute ausgebaute Wasserstraße Rhein.“
Das sei entscheidend für den Wirtschaftsstandort. Denn bei Niedrigwasser könnten die Schiffe nicht voll beladen werden.
Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz
„Wir haben einzelne Unternehmen am Rhein, die fast 50 Prozent der Materialien, der Rohstoffe auch über die Wasserstraße zugeliefert bekommen und von daher ist es immer ein extrem hoher wirtschaftlicher Schaden.“
Die neue Bundesregierung müsse das Projekt mit höchster Priorität vorantreiben.
Baustelle Nummer 3: Schienen
Schienenersatzverkehr. Es ist dieses Zeichen, das Pendler in Rheinland-Pfalz und Hessen immer öfter zu sehen bekommen. Züge verspäten sich oder fallen gleich komplett aus.
Martin Mendel, Fahrgastverband Pro Bahn
„Rheinland-Pfalz wird gerade vom bundesdeutschen Fernverkehrsnetz und auch Schienennetz abgehängt. Wenn er das ein bisschen ins Ausgenmerk legen würde, wären wir sehr glücklich.“
Und ER ist der Mann, auf dem jetzt in Sachen Infrastruktur alle Hoffnungen ruhen: Patrick Schnieder, 57 Jahre, CDU-Politiker aus der Eifel. Wie sein Vorgänger Volker Wissing kommt er aus Rheinland-Pfalz – doch anders als sein Vorgänger hat Schnieder jetzt ordentlich Geld zu verteilen.
Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister am 15.05.2025
„Mit dem Sondervermögen Infrastruktur erweitern wir unseren finanziellen Spielraum – mit diesem Geld gestalten wir die Zukunft.“


