Start in die hessische Erdbeersaison

Und jetzt sehen wir rot. Viel rot. Heute geht in Südhessen die Erdbeerernte los. Rund 3 Kilo der kleinen Früchtchen isst jeder Hesse im Durchschnitt pro Jahr und die kommen jetzt wieder direkt vom Feld um die Ecke. Wir waren beim Saisonstart in Hofheim-Wallau bei Wiesbaden dabei.

Dauerregen heute über den Wallauer Erdbeerfeldern. Aber kein Problem für diese süßen Früchtchen, denn die haben es sich in den vergangenen Wochen im Folientunnel gemütlich gemacht. Geschützt vor Wetterkapriolen sind sie früh zu aromatischen Erdbeeren herangereift – bereit zur Ernte.
Reiner Paul, Erdbeerbauer aus Wallau: „Im Februar, wenn sie mich da gefragt hätten, dann hätte ich noch gesagt, wir kriegen ein spätes Erntejahr. Weil da hat die Sonneneinstrahlung im Januar, Februar gefehlt. Es war sehr kalt und wir haben vermutet es gibt ein sehr spätes Jahr. Dann kam aber der Turbofrühling im März und April und hat dazu geführt, dass die Erdbeeren jetzt schon reif sind.“
Richtig dicke Dinger sprießen da gerade aus dem Boden. Rot, glänzend und saftig. Sehr zur Freude von Landwirt Reiner Paul.
Denn die Lage für die Erdbeerbauern in der Region ist insgesamt schwierig. Erdbeeren sind ein sehr sensibles Obst. Kommt der Frost zur falschen Zeit, kann die gesamte Ernte dahin sein.
Dazu kommen die steigenden Preise für Düngemittel oder technische Geräte und zu guter Letzt die Diskussion um den Mindestlohn. Der Erdbeeranbau ist arbeitsintensiv, die Ernte wird handverlesen. Würde der Mindestlohn auf 15 Euro steigen, müsste Bauer Paul seine Preise erhöhen.
Reiner Paul, Erdbeerbauer aus Wallau: „Also wir haben aktuell einen Erdbeerpreis von 5,90 Euro die 500-Gramm Schale. Das ist der gleiche Preis, den wir auch 2024 zum Saisonstart hatten. Und wenn der Mindestlohn jetzt tatsächlich auf 15 Euro steigen würde, würde es auch dazu führen, dass die Erdbeerschale mindestens mal um ein Euro pro Schale verteuern würde.“
Das will Bauer Paul aber gerne vermeiden, damit sich möglichst viele Leute die leckeren Erdbeeren aus Deutschland leisten können.
Die kann man hier in Wallau dann auch selbst pflücken. In zwei Wochen soll es im Freien damit losgehen. Dann am besten ohne Regen, oder?
Reiner Paul, Erdbeerbauer aus Wallau: „Landwirtschaft generell freut sich über den Regen, der draußen gefallen ist. Die Erdbeerpflanze insbesondere auch, weil die viel Wasser brauchen, auch die jetzt im Freiland wachsen. Und insofern würden wir uns natürlich freuen, wenn es regelmäßig regnen würde.“
Dann gibt es auch besonders tolle Erdbeeren. Übrigens die roten Früchte sind nicht nur lecker sondern auch echte Vitaminbomben und enthalten etwa mehr Vitamin C als Zitronen. Und kalorienarm sind sie auch noch. Ein Genuss also, den man sich ab jetzt wieder bedenkenlos gönnen kann. Frisch vom Feld in Südhessen.
„Mhmm sehr lecker“